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Rödelheim Die letzten Teile für die Niddabrücke

Die Bauarbeiten an der Niddabrücke dauern noch bis Jahresende - obwohl an diesem Wochenende die letzten beiden Teile gesetzt wurden.

Bauarbeiten
Ein 70 Tonnen schweres Brückenteil wird eingesetzt. Foto: Renate Hoyer

Angespannte Stille herrscht unter den Bauarbeitern, als am Samstag in den frühen Morgenstunden der erste lila-weiße Lastwagen die Absperrung an der Ecke Reichsburgerstraße und Alt-Rödelheim passiert. Geladen hat er eines der beiden Brückenteile, die bisher noch zur Fertigstellung der Niddabrücke gefehlt hatten. Um die beiden knapp 30 Meter langen und 70 Tonnen schweren Bauelemente einsetzen zu können, habe man den „größten handelsüblichen Mobil-Kran, den es gibt“ herschaffen müssen, erzählt Hans Beier, Abteilungsleiter für Brücken- und Ingenieurbau beim Amt für Straßenbau und Erschließung.

„Big Blue Power aus Baden“ steht auf dem knapp 50 Meter hohen Kran, dessen Gewicht von etwa 200 Tonnen auf vier großen Metallfüßen verteilt lastet. Nachdem das Brückenteil mit großen Eisenhaken an massiven Drahtseilen befestigt ist, beginnt der Kranführer mit der filigranen Arbeit des Einschwebens. Vom Boden aus wird das Bauteil dabei von zwei weiteren Bauarbeitern an einem Seil geführt, um ein Ausschwingen zu verhindern. Schließlich handele es sich hierbei „um zentimetergenaue Arbeit“, wie Christian Spreuer, zuständig für die Projektplanung des MSG Krandienstes, berichtet, während der Betonkoloss langsam entlang der Fassade eines Wohnhauses Richtung Nidda manövriert wird.

Das Setzen der beiden Träger werde nicht länger als zwei Stunden dauern, fährt Spreuer fort, dennoch bedeute der gesamte Einsatz „drei Tage Arbeit für uns“. Allein der Aufbau des Kranes, welcher in Einzelteilen zerlegt, mit insgesamt zehn Lastwagen aus dem baden-württembergischen Kehl nach Rödelheim transportiert wurde, habe acht Stunden gedauert, so Spreuer.

Die alte Bogenbrücke über die Nidda wurde 1928 errichtet, ihre Tragfähigkeit von maximal 16 Tonnen sei den zeitgemäßen Ansprüchen nicht mehr gerecht gewesen, begründet Gerhard Semmler, Projektleiter beim Amt für Straßenbau und Erschließung, den Neubau der Brücke. Außerdem, fügt er hinzu, nagte an ihr bereits der Zahn der Zeit.

Restarbeiten stehen aus

Nachdem Kabel und Leitungen für Telefon, Strom, Gas und Wasser bereits unter den im April eingesetzten Bauteilen installiert wurden, stünden nach dem Einpassen der beiden letzten Brückenelemente nur noch Restarbeiten an. Dazu zählten etwa die Fertigstellung der Fahrbahn sowie kleinere Arbeiten wie das Anbringen von Verkehrsschildern. Insgesamt, so Semmler, sei er nach dem bisherigen Verlauf zuversichtlich, dass die Bauarbeiten bis Ende des Jahres abgeschlossen seien.

Ein Eindruck, den auch Peter Hildebrandt, einer der wenigen Schaulustigen, die sich in aller Früh auf der kleinen Behelfsbrücke für Fußgänger eingefunden haben, bestätigt. Er wohnt in direkter Nachbarschaft, hat die gesamte Bauphase mitverfolgt und findet, „dass die ihren Bauplan schon gut einhalten.“

Pünktlich um 11 Uhr, mit Einsetzen des Regens, sind die Bauarbeiten beendet. Projektleiter Semmler zeigt sich rundum zufrieden: „Es hat alles einwandfrei geklappt, jetzt müssen wir nur noch den Kran abbauen.“

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