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Rödelheim Den Ballons auf der Spur

Der 4. Haus- und Hofflohmarkt zieht viele Besucher an. Orangene Luftballons weisen den Besuchern den Weg zum Stand.

„Ich glaube, ich bin der Erste, der heute etwas verkauft hat“, sagt Ben, nachdem er das Kinderbuch „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“, an die Käuferin übergeben hat. Der Siebenjährige steht an einem kleinen Tisch im Hinterhof eines Hauses im Rödelheimer Parkweg und betreibt im Rahmen des vierten „Rödelheimer Haus- und Hofflohmarktes“ einen Stand. Neben Kinderbuchklassikern bietet er vor allem Spielzeugautos und CDs an.

Karin Farin, die das Buch für ihren kleinen Sohn Max gekauft hat, hat selbst einmal im Parkweg gewohnt, weswegen der Hinterhof ihre ersten Anlaufstelle gewesen ist. Sie hält den zweimal im Jahr stattfindenden Haus- und Hofflohmarkt „für eine gute Sache, die man unterstützen sollte“. Obwohl es ein regnerischer Tag ist, scheint sie mit dieser Auffassung nicht alleine zu sein.

Beim Schlendern durch den Stadtteil fallen an vielen Haus- und Hofeingängen die orangen Luftballons mit dem geschwungenen schwarzen Pfeil auf, dem Erkennungszeichen dafür, dass sich dort ein Flohmarktstand befindet. So etwa auch vor dem erst kürzlich eröffneten sozialen Zentrum „Centro“ in Alt-Rödelheim. Gerade bei dem schlechten Wetter sei dies ein gut besuchter Ort, wie Till und Moritz, die hinter der Theke stehen und den Besuchern Kaffee und Kuchen anbieten, erzählen. Aus diesem Grund ist auch Silke Dame, die in der Nachbarschaft wohnt und auch selber einen Stand hat, vorbeigekommen.

Und auch wem keine feste Überdachung zur Verfügung steht, weiß sich zu helfen. So haben Hellena und Jonas in ihrer Hofeinfahrt in der Niddagaustraße einen Campingpavillon aufgestellt, unter welchem sie unter anderem 30 Handtaschen feilbieten. Diese habe ihm seine Großmutter vermacht, sie „stammen aus 64 Jahren Ehe“, wie Jonas erzählt. Den Erlös aus dem Verkauf wollen die beiden der Initiative „Rödelheim Solidarisch“ spenden, da sie befürchten, dass „nach und nach immer mehr Nachbarn wegziehen müssen“, wie Hellena zu Bedenken gibt. Beim Haus- und Hofflohmarkt nehmen sie bereits zum dritten Mal in Folge teil und freuen sich, dass man durch dieses Projekt „immer gut in Kontakt mit der Nachbarschaft kommt“, fügt Jonas hinzu.

170 Anmeldungen

In diesem Sinne versteht auch Organisatorin Heike Hecker vom Quartiersmanagement Rödelheim-West ihre Aufgabe. Diese bestehe darin, „das soziale Zusammensein im Stadtteil zu fördern“. Etwa 170 Adressen hätten sich dieses Mal für einen Stand angemeldet und „das Feedback der Anwohner, auch trotz des schlechten Wetters, ist durchweg positiv“, so Hecker.

Das zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass den ganzen Tag über viele Menschen in den Straßen unterwegs sind, vom Regen unbeeindruckt von Stand zu Stand ziehen, in der Hoffnung, irgendwo ein Schnäppchen zu machen. Denn im Gegensatz zu großen kommerziellen Flohmärkten scheint das hier tatsächlich noch möglich zu sein.

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