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Rödelheim 2400 Fahrzeuge mehr pro Tag

Das ehemalige Armee-Gelände soll unter anderem für Gewerbe genutzt werden. Dafür müssen die Verkehrsanbindungen geändert werden. Das gefällt nicht jedem.

Ein Tropfen auf den heißen Stein“, „Ich bin ensetzt“ oder „Dann geht gar nichts mehr“ – Mitglieder des Ortsbeirates 7 und Bürgerinnen und Bürger aus Rödelheim sind alles andere als begeistert von den Plänen für das ehemalige US-Armee-Gelände an der Gaugrafenstraße. Insbesondere die künftigen Verkehrsanbindungen stoßen auf Kritik.

Das Vorhaben war Thema in der Sitzung des Ortsbeirates am Dienstag. Jörg Stellmacher-Hein, Verkehrsplaner im Stadtplanungsamt, und Holger Müller vom Amt für Straßenbau und Erschließung (ASE) haben vorgestellt, was mit dem Gelände passieren soll. Nach dem Abriss der Gebäude wird der Immobilienkonzern Segro im nördlichen Bereich einen Gewerbepark bauen. Im südlichen Bereich möchte die Stadt Frankfurt den derzeit noch am Römerhof beheimateten Betriebshof von „In der City Bus“ (ICB) ansiedeln.

Gemeinsam mit Segro hat die Stadt für das Gebiet ein Verkehrsgutachten erstellen lassen. Bereits heute erstickt die Westerbachstraße im Stau. Nach Feierabend stehen die Autos vom Knotenpunkt Gaugrafenstraße/Westerbachstraße bis zur Autobahn 648 oft gut einen Kilometer lang.

Durch die Erschließung des Armee-Geländes rechnen die Verkehrsplaner mit täglich 2400 zusätzlichen Fahrten, 50 Prozent davon Schwerlaster. Das meiste davon würde über eine Ausfahrt an der Gaugrafenstraße abgewickelt. Eine zweite Ausfahrt an der Eschborner Landstraße dürfen nur Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen nutzen.

Da neue Autobahnanschlüsse nicht möglich seien, komme den Verkehrsplanern zufolge nur eine „Ertüchtigung“ in Betracht. Dazu soll die einspurige Westerbachstraße östlich der Kreuzung Wilhelm-Fay-Straße bis zum Rewe-Markt auf zirka 300 Metern zweispurig ausgebaut werden. Zudem soll die Schaltung der Signalanlagen optimiert und ein Rad- sowie ein Fußweg angelegt werden. Um den nötigen Platz zu schaffen, fallen in dem Abschnitt die Stellplätze auf der Nordseite der Westerbachstraße ersatzlos weg.

Den Ausbau müsste Segro innerhalb von drei Jahren nach der Erteilung der Genehmigung umsetzen. Die Kosten dafür würde der Konzern übernehmen.

Stadtteilpolitiker und Bürger hatten sich für diesen Bereich ein umfassendes Verkehrskonzept mit neuen Anbindungen an die Autobahn gewünscht. „Man hätte zuerst eine Lösung für den Verkehr finden müssen, bevor es losgeht“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Zollmann. „Ich sehe hier nur schwarz.“ Stellmacher-Hein vom Stadtplanungsamt verwies auf die harten Vorgaben, die Hessen Mobil für die Anbindungen an Autobahnen macht. „Wir als Stadt haben hier nur einen geringen Spielraum.“

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