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Reaktion auf rechte Gewalt Schüler-Protest in Frankfurt gegen Fremdenfeindlichkeit

Nach der rechtsextremistischen Gewalt in Chemnitz demonstrieren Schüler der IGS-West in Höchst gegen Fremdenfeindlichkeit. Die Aktion soll in ganz Frankfurt Nachahmer finden.

Protest der IGS-West gegen Fremdenfeindlichkeit
Klare Aussage der IGS an der Palleskestraße. Foto: privat

Die Schülerinnen und Schüler der IGS-West an der Palleskestraße haben am Mittwoch Vormittag gegen Fremdenfeindlichkeit und für eine offene und tolerante Gesellschaft demonstriert. Zeitgemäß mit einem Flashmob, einer spontanen Blitzversammlung. Sie haben sich auf dem Innenhof getroffen und neben dem Schriftzug „#Wir sind mehr“ für ein Foto posiert.

Das Motto ist Titel des Konzerts gegen rechte Gewalt vom Wochenende in Chemnitz gewesen. Es ist in den sozialen Medien aber auch zu einem Bekenntnis für Vielfalt und gegen rechte Hetze geworden. Menschen zieren dort ihre Profilbilder mit dem Spruch und zeigen so Haltung.

Schüler der IGS-West treten für buntes Frankfurt ein

Dem Bekenntnis haben sich jetzt die IGS-Schüler angeschlossen. Dazu tragen sie für das Foto bunte Blätter vor den Gesichtern. „Frankfurt ist bunt, wir treten für ein buntes Deutschland ein“, sagt Janes Veit, der Lehrer, der die Versammlung vom Balkon der Schule aus fotografiert hat. Die Schüler erhalten das Bild und können es über die sozialen Netzwerke teilen. Das Bild soll aber auch Aufruf sein, sich zu beteiligen, Haltung zu zeigen. Die Schüler schicken es an alle Institutionen in der Stadt: an Vereine, Schulen und Unternehmen.

„Wir hoffen, dass sich viele an der Aktion beteiligen“, sagt Laura Schiller von der Jugendhilfe der Caritas, die an der IGS angesiedelt ist. Die Schüler zur Teilnahme zu bewegen sei kein Problem gewesen. Das Thema ist ihnen wichtig. Wenn Lehrer Veit Bilder rechter Demos in Chemnitz zeigen, sieht er erschrockene Gesichter in der Klasse. Aber auch Entschlossenheit. Rassismus erleben die Schüler „an der eigenen Haut“, sagt Veit. Die IGS ist international. In Höchst fällt das nicht so auf. Auf Klassenfahrt an der Nordsee dagegen, „haben wir mehrere rassistische Bemerkungen gehört.“

„Es gibt viele Leute, die anderer Meinung sind.“ Also gegen Fremdenfeindlichkeit. „Die müssen sich zeigen“, sagt Veit. Die IGS-Schüler tun das. Schwierig sei eher gewesen, die Kreide für den Schriftzug auf dem Schulhof zu besorgen. Die IGS hat nur moderne Tafeln in den Klassenzimmern.

Aber auch das Problem haben die Organisatoren gelöst: die Klasse 7d, die AG „Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage“ und die Jugendhilfe des Caritasverbands. Und nun geht der Aufruf durch die Stadt, dass sich alle an der Aktion beteiligen mögen. „Wir sind sehr stolz auf die Schüler, dass sie so viel Engagement zeigen“, sagt Veit.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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