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Pissoir im Bahnhofsviertel Stinkendes Unikat

Das Pissoir an der Ecke Moselstraße/Karlstraße im Frankfurter Bahnhofsviertel beschäftigt den Ortsbeirat 1. Es verbreitet unangenehme Gerüche und müsse daher öfter gereinigt werden, fordert das Gremium.

Bahnhofsviertel in Frankfurt
Das Pissoir an der Ecke Moselstraße/Karlstraßean der Ecke Moselstraße/Karlstraße. Foto: Andreas Arnold

Dem Ortsbeirat 1 stinkt es: Das Pissoir an der Ecke Moselstraße/Karlstraße verbreite unangenehme Gerüche, die „im Umkreis von geschätzten 100 Metern“ wahrzunehmen sind. So steht es in einem einstimmig angenommenen Antrag der SPD.

Im Namen der guten Luft müsse der Frankfurter Entsorgungsbetrieb FES deshalb häufiger rund ums Urinal reinigen. Der Magistrat könne das veranlassen, fordert der Ortsbeirat. Am besten mit umweltfreundlichen, geruchsbindenden Reinigern. Auf Anfrage der Frankfurter Rundschau sagte die FES, dass dort aktuell von Montag bis Freitag sauber gemacht werde – mit Geruchsbindern. Falls gewünscht, könne man zusätzliche „Sonderreinigungen“ durchführen. Allerdings würden dann die Gebühren für Anlieger steigen.

Erwähnt wird im Antrag auch eine „unzureichende Wartung“ des Urinals. Weht der schlechte Wind vielleicht daher? Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, klärt auf: Das Pissoir sei eine „Unikatsanfertigung“. 2015 vom Stadtplanungsamt auf den Weg gebracht, sollte es „nutzbar, zerstörungsresistent, reinigungsfreundlich“ sein und „Zweckentfremdungen“ wie das Verstecken von Drogen verhindern.

Herausgekommen ist ein elegant anmutendes Urinal aus Edelstahl, dessen S-Form zwei Männern gleichzeitig das Pinkeln ermöglicht. Zwei Jahre lang dauerte die Probephase, laut Gabriel verlief alles „einwandfrei“.

Doch dann, im Sommer 2018: Probleme und Beschwerden. Im inzwischen angelaufenen Regelbetrieb war das Amt für Bau und Immobilien „fachlich“ zuständig, sagt Gabriel. Es seien aber verschiedene Stellen involviert gewesen.

Zum Beispiel die private Reinigungsfirma, die laut Gabriel „wahrscheinlich nicht vollumfänglich wie beauftragt“ geputzt habe. Außerdem hatte jemand das Urinal „mit grober Gewalt“ manipuliert: Die Membran, die üble Gerüche im Keim ersticken soll, fehlte, als am 30. Oktober die beteiligten Ämter am Pissoir zusammen kamen.

Inzwischen ist der Filter zurück, besser geputzt werde auch. Es müsste deshalb laut Gabriel wieder angenehmer – also weniger – riechen.

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