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Pfennig-Bazar in Frankfurt Heute geht der „Pfennig-Bazar“ weiter

Der Pfennig-Bazar im Frankfurter Dominikanerkloster ist vor allem bei Schnäppchenjägern beliebt. Doch mit sich handeln lassen die Verkäufer dort nicht. Denn der Erlös ist für einen guten Zweck. Heute geht es weiter.

Dominikanerkloster
Schuhe so weit das Auge reicht gibt es noch heute im Dominikanerkloster. Foto: Christoph Boeckheler

Um 9.30 Uhr hat sich am Dienstag vor dem Dominikanerkloster eine lange Schlange gebildet. In einer halben Stunde öffnet der „Pfennig-Bazar“. 2000 Umzugskartons voller hochwertiger Kleider und Haushaltsgegenstände werden dort günstig verkauft. Der Erlös geht an die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), Landesverband Hessen.

Mehr als 300 Ehrenamtliche haben im Vorfeld die Sachspenden entgegengenommen, auf ihre Qualität hin überprüft und sortiert. Nun bereiten sie sich zwischen den Verkaufstischen auf den großen Ansturm vor.

Beliebt ist besonders der Boutique-Bereich, wo Mann und Frau Markenkleidung, Abendkleider, Handtaschen oder Trachtenkleider erstehen können. Das Zelt im Innenhof ist auch Armitas Ziel. Sie steht schon seit 9.15 Uhr als eine der ersten vor dem Eingang: „Hier habe ich schon einmal einen knöchellangen Burberry-Mantel für 20 Euro gekauft. Und letztes Jahr eine wunderschöne Ledertasche von einer deutschen Marke für 30 Euro.“ Neben der Schnäppchenjagd ist der 29-Jährigen der karitative Aspekt sehr wichtig: „Der Vater einer Freundin ist an MS gestorben. Deshalb verhandele ich auf diesem Markt auch nicht, sondern zahle die Preise gerne.“

„Betroffene sind oft extrem unsicher“, erklärt Bernd Crusius, Geschäftsführer der DMSG, die Arbeit der Selbsthilfeorganisation: „Wir bieten Beratung unabhängig von Pharmaindustrie und Krankenkassen. Multiple Sklerose ist die Krankheit der tausend Gesichter. Bei jedem kann sie anders verlaufen und die Ursachen sind noch nicht sicher.“ Rund 15 000 Neuerkrankungen gibt es pro Jahr in Deutschland. 70 Prozent davon betreffen Frauen zwischen 25 und 30 Jahren.

10.15 Uhr. Die ersten Kunden strömen in die Verkaufsräume. Eine Dame begutachtet ein bodenlanges Abendkleid aus schwerem goldenem Stoff: „Was soll das kosten?“, fragt sie. „Das ist wie neu. Mit der Jacke zusammen kostet das schon 100 Euro“, antwortet eine der freiwilligen Verkäuferinnen. Verhandeln lässt sie da nicht mit sich. Auch wenn die Interessentin angesichts des Preises schlucken muss und das Kleid, sichtbar mit sich hadernd, wieder an die Stange hängt.

Am heutige Abend, nach zwei Verkaufstagen, wird der „Pfennig-Bazar“ wohl fast ausverkauft sein. Durchschnittlich bleiben meist noch 100 Kleidersäcke übrig. Diese gehen dann an die Obdachlosenhilfe „Weser 5“, den Familienmarkt der Caritas oder an die Rumänien- oder Ukraine-Hilfe.

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