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Obdachlosigkeit Pattsituation im Gutleut

Ob das Hüttendorf obdachloser Rumänen im Gutleutviertel geräumt wird, ist weiter offen. Die Eigentümerin hofft auf Hilfe von der Stadt, doch die winkt ab.

Gutleut
Foto: Peter Juelich

Der Chemiekonzern Ferro hat noch nicht entschieden, wann er sein Firmengelände im Gutleutviertel räumen lassen will, auf dem etwa 30 obdachlose Rumänen in selbstgebauten Hütten leben. Eine Mitarbeiterin des Unternehmens sagte der Frankfurter Rundschau am Montag, man versuche weiter, in Gesprächen mit der Stadt Frankfurt eine Lösung für die obdachlosen Bewohner zu finden. Mit der Räumung warte man daher vorerst noch ab.

Ferro hat bereits vor etwa zehn Tagen vor dem Frankfurter Landgericht eine Verfügung erwirkt, mit der die Firma die 15 Hütten aus Sperrmüll und ihre Bewohner jederzeit räumen lassen könnte. Der Konzern zögert aber noch, einen Gerichtsvollzieher zu beauftragen, weil er die obdachlosen Rumänen nach Aussagen des zuständigen Standortleiters Stefan Pfeifer nicht einfach auf die Straße setzen will. Die rund 30 Menschen aus dem rumänischen Alba Iulia schlafen nach eigenen Angaben zum Teil schon seit Monaten auf der Industriefläche, sie leben von kleinen Jobs, vom Betteln und vom Pfandflaschensammeln.

Der stellvertretende Amtsleiter des Jugend- und Sozialamts, Jens-Joel Offen, bestätigte der FR, dass es bereits Telefonate mit Ferro gegeben habe. Es sei aber Aufgabe des Eigentümers, die Fläche räumen zu lassen. Die Stadt könne eine Räumung lediglich mit Dolmetschern begleiten und anschließend überprüfen, ob die obdachlosen Bewohner Rechtsansprüche auf Sozialleistungen hätten, sagte Offen. Ansonsten könne die Kommune den Rumänen Fahrkarten in die Heimat bezahlen. Das habe man auch den Verantwortlichen von Ferro deutlich gemacht.

Joachim Brenner vom Förderverein Roma sagte der FR, die Debatte um die Brachfläche beweise, „dass die Leute hier nicht willkommen sind, dass man sie nicht haben will“. Viele der Rumänen seien Roma, die abgesehen von ihrer Armut sowohl in ihrer Heimat als auch auf Frankfurts Straßen von Diskriminierung und Gewalt betroffen seien. Anstatt auf Verdrängung und Vertreibung zu setzen, müsse die Stadt endlich menschenwürdige Unterkünfte schaffen, forderte Brenner. han

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