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Nied „Ein unbeschreibliches Gefühl“

Boxer aus der ganzen Region messen sich bei den offenen Frankfurter Stadtmeisterschaften in der Nidda-Halle. Fitness und Kondition entscheiden über Sieg oder Niederlage.

Frankfurter Stadtmeisterschaften
Einen Treffer hat der blaue Kämpfer bereits erzielt. Ob es für den Sieg reicht? Foto: Monika Müller

Der Gast verteilt keine Geschenke. Das wird klar, als Alaeeddine Almalkii von der SG Dietzenbach und sein Gegner von Eintracht Frankfurt am Samstagnachmittag im Ring aufeinander treffen. Unter lauten Anfeuerungsrufen von mehreren Dutzend Zuschauern boxen die Nachwuchs-Athleten in der Nidda-Halle. Für die „Offenen Frankfurter Stadtmeisterschaften im olympischen Boxen“ wurde in der Mitte der Halle ein Boxring der Eintracht aufgebaut, mit dem Logo des roten Adlers auf dem Boden. Der Ring ist rund einen Meter hoch und gleicht so einer Bühne.

Veranstalter der „Boxgala“, bei der am Sonntag auch der südwestdeutsche Meister im Kickboxen ermittelt wird, ist die Sportjugend Frankfurt. Der stellvertretender Vorsitzende, Gert Bugdoll, sitzt direkt unter dem Ring und moderiert mit Mikro. „Ring frei, Runde eins“, ruft der Mann mit dem gezwirbelten Bart und seine Stimme dröhnt über die Lautsprecherboxen durch die Halle. Eine Glocke wird geläutet. Der 14-jährige Almalkii und sein Kontrahent stürmen aufeinander los.

Die Fäuste fliegen, teils unkontrolliert, sodass die jungen Boxer mit den dünnen Oberarmen aussehen, als würden sie sich auf dem Schulhof prügeln. Almalkii drückt seinen Gegner in die Ringseile. Dazwischen wird getänzelt und taktiert. In den Pausen aufmunternde Worte der Trainer in den Ringecken. Sie wedeln frische Luft mit Handtüchern zu, wischen die Gesichter ihrer Schützlinge und schütten Wasser über ihren Kopfschutz.

Drei Runden später, die bei dieser Altersklasse jeweils zwei Minuten dauern, steht der Dietzenbacher als Sieger fest. Der Blick seines Kontrahenten, dessen Nase blutet, geht ins Leere. Ringrichter Mohammed-Tamim Sultani, bekleidet mit weißem Hemd und Fliege, sammelt die Urteile der Punktrichter ein und hebt dann nur den Arm des Boxers im blauen Dress in die Höhe. Der Fanklub aus Dietzenbach jubelt.

50 Boxer treten an

Insgesamt treten am Samstag 50 Boxer an. Neben Vereinen aus Zeilsheim, Nied und Sossenheim sind Sportler aus dem Rhein-Main und dem gesamten Bundesgebiet angereist. In einem Kampf stehen sich auch zwei Boxerinnen gegenüber. „Wir würden in der Stadt gerne eine feste Boxveranstaltung etablieren, am liebsten mit internationaler Beteiligung“, sagt Veranstalter Gert Bugdoll, der auch Trainer bei der SG Nied ist.

Der 18-jährige Beejan Ayubi steht hinter der Tür zur Halle und lunzt mit etwas bangem Blick hinein. Für den Boxgym Wiesbaden wird er heute antreten. „Die Aufregung ist immer da vor dem Kampf“, sagt er. Für ihn bedeute Boxen „Freiheit“. Es sei ein „unbeschreibliches Gefühl“.

Er betreibe einen „harten Sport, berichtet der Rüsselsheimer. Täglich trainierten er und seine Kameraden. „Viele denken, Boxen ist nur Rumgehaue, es hat aber viel mit Fitness und Kondition zu tun“. Kampfrichter Sultani sagt: Ich achte darauf, dass sauber gearbeitet wird“. Der 33-jährige Darmstädter boxt selbst seit vielen Jahren. Seine Aufgabe als Referee sei es auf die Gesundheit der Kämpfer zu achten.

Weil die Sportjugend das Turnier zum zehnten Mal veranstaltet, gibt es ausnahmsweise auch Preisgeld für die drei besten Vereine. Eine Versicherung stellt insgesamt 1000 Euro zur Verfügung – für die Jugendarbeit. Die Summe teilen sich am Ende das Boxgym Wiesbaden, mit den meisten gewonnenen Kämpfen, die SG Dietzenbach sowie Eintracht Frankfurt.

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