Lade Inhalte...

Nied Ein besonderer Ort zum 800-Jahr-Fest

Der Vereinsring feiert ausnahmsweise zwei Tage lang auf dem Gelände der Panoramaschule.

Vor der Schule wird am Samstagnachmittag gespielt und getobt, dahinter getanzt. Beim Sommerfest des Nieder Vereinsrings auf dem Gelände der Panoramaschule an der Werner-Bockelmann-Straße sind die meisten der jungen Besucher auf einer Hüpfburg und beim „Menschenkicker“ auf dem Parkplatz der Schule anzutreffen, bei dem sie selbst die Figuren eines Tischkickers mimen.

Auf dem Pausenhof hinter dem Schulgebäude zeigen Nachwuchsgruppen auf einer Bühne ihre einstudierten Choreografien. Die Mädchen der „Sweet-Diamonds“ vom Nieder Carneval Club tanzen. Das Publikum ist begeistert. Beim Auftritt des italienischen Familienvereins, bei dem Kinder und Erwachsene Folklore präsentieren, sorgen die Jüngsten für Begeisterung. „Oh wie süß“, entfährt es einer jungen Frau, die die Mädchen in dunkelgrünen Kleidern mit roten Schürzen und Jungen mit Westen und Krawatten beim Tanzen entdeckt hat.

Auch die Nachwuchssportler der SG Nied aus den Abteilungen Judo, Karate und Kickboxen machen sich für ihre Auftritte bereit. In ihren einheitlich grünen T-Shirts, großen Boxhandschuhen und Kopfschutz sind sie sofort zu erkennen. Um die Bühne herum haben mehr als 20 Vereine ihre Stände aufgebaut und versorgen die Besucher mit Essen, Trinken und handgefertigten Produkten.

Am Stand des Volkstheater-Vereins wird etwa das „Nieder Breedsche mit Kassler und Sauerkraut im Fladenbrot“ angeboten. Die Freiwillige Feuerwehr löscht den Durst der Besucher mit Getränken.

Fest findet großen Anklang

Anwohnerin Gisela Hecker besucht zum ersten Mal das Stadtteilfest. Sie hat sich ihr Fahrrad als Diebstahlschutz von der Polizei codieren lassen. „Es ist ein bisschen neu, aber schön“, berichtet die 78-Jährige. Sie hebt den „großen Anklang“ an dem Fest hervor. „Obwohl es gerade erst begonnen hat, ist jetzt schon die Hölle los“, findet sie.

Helmut Grohmann, Ehrenvorsitzender des Vereinsrings, spricht in seiner Rede von einem „ungewohnten Ort“ für das Stadtteilfest, das sich aus einem Straßenfest in der Schmidtbornstraße, erstmals 1980 gefeiert, entwickelt hat. Eigentlich findet es auf dem Hof der Niddaschule an der Oeserstraße statt. Anlässlich der Nieder 800 Jahr-Feier ist es in diesem Jahr auf den Hof der Panoramaschule verlegt worden. Hauke Hummel, Vorsitzender des Vereinsrings, berichtet, dass das Flurstück auf dem die heutige Schule steht, am 21. Februar 1218 erstmals urkundlich erwähnt worden sei, daher der besondere Ort in diesem Jahr.

Zum Jubiläum wird dieses Mal Samstag und Sonntag gefeiert. Kinder dürfen hunderte Luftballons steigen lassen, auf denen das 800-jährige Ortsbestehen aufgedruckt ist. „Der Ballon, der am weitesten fliegt und dessen Koordinaten von den Findern gemeldet wird, erhält einen Preis“, berichtet Gottfried Horky, zweiter Vorsitzender des Vereinsrings. Am Samstagabend präsentiert die Freiwillige Feuerwehr ein „beleuchtetes Wasserspiel“.

Erstmals mit einem Stand vertreten ist die Geflüchteten-Unterkunft des Arbeiter-Samariter-Bundes an der Dürkheimer Straße, die vergangenes Jahr im März eingerichtet worden ist. Einige der rund 130 Bewohner haben Kuchen und Samosas gebacken. Zudem schenken sie iranische Limonade aus. Bewohner Ahmad Wardak verkauft am Tresen. Ihm gefalle das Fest: „Es ist für Groß und Klein etwas dabei.“

Der Leiter der Einrichtung, Thomas Müffke, berichtet: „Die Teilhabe ist für unsere Leute ganz wichtig“. Als Programmpunkt zeigen sie auf der Bühne auch eine Modenschau mit selbst geschneiderter Kleidung.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen