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MINT Girls Camp im Industriepark Höchst Girls schweißen und programmieren

Beim MINT Girls Camp im Industriepark Höchst können Mädchen technische und naturwissenschaftliche Berufe entdecken.

MINT-Berufe
Abschlusspräsentation im Industriepark Höchst. Foto: Rolf Oeser

Stolz hält Mia Scholl ein rot-schwarzes Kabel in die Höhe: „Am Dienstag haben wir ein Verlängerungskabel selbst zusammengebaut“, sagt die 14-Jährige. Gemeinsam mit 19 weiteren Mädchen aus Frankfurt und Umgebung hat sie das „MINT Girls Camp“ besucht. Am Freitag präsentierten die Teilnehmerinnen, was sie in der Woche erlebten.

Das Camp, das von dem Ausbildungsdienstleister Provadis und der Sportjugend Hessen durchgeführt wird, soll Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren für die vier sogenannten MINT-Fächer – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – begeistern. Daneben gibt es ein buntes Freizeitprogramm.

Mia Scholl hat im Camp ganz unverhofft ihren Berufswunsch gefunden. „Ich habe eigentlich nur mitgemacht, weil ich Lust auf das Freizeitprogramm hatte und neue Leute kennenlernen wollte“, sagt die Schülerin. Nach vier Tagen Programmierübungen, Metallschweißen und chemischen Versuchen hat sie nun aber ihre Leidenschaft entdeckt: „Ich habe gemerkt, dass ich es total spannend finde Versuche durchzuführen. Ich will jetzt Chemielaborantin werden“, sagt die 14-Jährige. Provadis biete sich ja dafür an, eine Ausbildung in dem Bereich zu machen.

Die 14-jährige Beatrice Jane Tan hat ihr Interesse für Informationstechnik, vor allem das Programmieren von Computerprogrammen, entdeckt. „In der Schule haben wir das bisher nicht so praktisch gelernt, nur die theoretischen Grundlagen. Hier haben wir jetzt wirklich ein Programm geschaffen. Das war super“, sagt die Schülerin. Sie könnte es sich gut vorstellen, Informatik zu studieren oder eine Ausbildung zu machen, sagt sie.

„Das Programm soll junge Mädchen noch einmal zusätzlich motivieren, sich für einen Beruf im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich zu entscheiden“, sagt Manfred Mahler, stellvertretender Leiter für Bildungs- und Forschungsprojekte bei Provadis. Leider sei es noch immer so, dass viel weniger Frauen in diesem Bereich arbeiteten. „In vielen Ausbildungsgängen haben wir von 16 Auszubildenden höchstens zwei Frauen.“ Das betreffe vor allem den technischen Bereich und die Informatik.

Generell suchten viele Unternehmen händeringend nach Fachkräften im MINT-Bereich – Frauen sind wegen der ungleichen Verhältnisse besonders gefragt. „Wer sich als junge Frau für einen solchen Beruf entscheidet hat die grüne Ampel“, sagt Mahler. 2011 hat das Land Hessen eine Aktionslinie zur Förderung von MINT-Berufen gestartet – eines der wichtigsten Projekte ist das Girls Camp. „Wir haben seit sechs Jahren einen stetigen Zulauf zu unseren Girls Camps in ganz Hessen“, sagt Mahler.

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