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Kunst in Frankfurt Kreativität in der Keksfabrik

Studierende der Kunstpädagogik stellen ihre Werke aus. Arbeiten von Erstsemestern sind ebenso zu sehen wie Abschlussarbeiten.

Ausstellung
Knapp 90 Ausstellungsstücke konnten die Besucher in der Keksfabrik bewundern. Foto: Rolf Oeser

Auf fünf Stockwerken haben Studierende der Kunstpädagogik in der vergangenen Woche ihre Arbeiten in Bockenheim präsentiert. In dem Backsteingemäuer der alten Keksfabrik konnten Besucher knapp 90 Ausstellungsstücke bewundern: mal von Erstsemestern, mal Abschlussarbeiten. „So eine Ausstellung ist unter anderem wichtig für die Studierenden, weil es das eine ist, eine Arbeit anzufertigen. Sie dann auszustellen, ist noch mal etwas ganz anderes – gehört aber genauso dazu“, erläutert Kerstin Gottschalk, geschäftsführende Direktorin des Instituts für Kunstpädagogik an der Goethe-Universität.

Die marokkanische Teestube der Studentin Elena Harnoune erwecken erst die Besucher selbst zum Leben, wenn sie sich für einen orientalischen Tee auf den Bodenpolstern niederlassen. Von ihrem Gemälde mit marokkanischen Musikern aus sind Wollfäden durch den Raum gespannt. Wie bei vielen der Ausstellungsstücke verbirgt sich hier auch eine politische Motivation der Studentin: Sie möchte auf den Eurozentrismus, der Kunst und Politik allzu oft beherrsche, aufmerksam machen. Und im wahrsten Sinne des Wortes Raum für eine Diskussion schaffen.

„Kunst wird bedeutungsvoll, wenn sie geteilt werden kann“, sagt Gottschalk. Das erkläre auch, weshalb die Studierenden so erpicht auf die jährliche Ausstellung seien: „Die Studierenden möchten natürlich auch wissen, ob ihre Werke so ankommen, wie sie es sich während ihrer Arbeit daran gedacht haben.“ Das Engagement der Studierenden reicht über ihre Kunstwerke hinaus: Organisation und Finanzen gehören auch dazu, damit ihre Ideen jedes Jahr gegen Ende des Wintersemesters Platz in der Keksfabrik finden.

Wie auch Ann-Cathrin Agethens Kunstwerk: Der Fund alter Dia-Fotografien inspirierte sie dazu, diesen neues Leben einzuhauchen. Mit Farben und weiteren Fotografien veränderte sie die Werke eines unbekannten Fotografen aus den 1950er Jahren.

Neben der Malerei können Studierende am Frankfurter Institut für Kunstpädagogik Grafik, Plastik oder Neue Medien als praktisches Element ihrer Ausbildung wählen. Gottschalk betont, dass die Grenzen zwischen den Bereichen in Frankfurt durchlässig seien und sein sollten: „Die Studierenden arbeiten hier medienoffen. Das bedeutet zum Beispiel, dass sich die Malerei auch in Bildhauerei oder das Räumliche in der Malerei wiederfinden lassen.“

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