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Höchster Schloss Schlosscafé vor dem Aus

Der Eigentümer des historischen Höchster Schlosses hat dem Gastronom fristlos gekündigt. Der Betreiber Holger Häußer hat Einspruch eingelegt.

Höchster Schloss
2002 hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz das Schlösserensemble von der Hoechst AG übernommen. Foto: Rolf Oeser

Die Gastronomie im Höchster Schloss steht vor dem Aus. Der Eigentümer des historischen Ensembles, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, hat dem Betreiber des Cafés und des Schlosskellers, Holger Häußer, bereits zum 31. Juli fristlos gekündigt. Häußer hat Einspruch eingelegt und schenkt vorerst weiter aus.

Der Gastronom habe „erhebliche vertragliche Vereinbarungen nicht erfüllt“, sagt die Sprecherin der Stiftung, Ursula Schirmer. Details wollte sie nicht nennen.

Ganz anders Holger Häußer, der seit 2008 im Schloss aktiv ist. Die Stiftung habe ihm gekündigt, da Genehmigungen zum Betriebs des Cafés fehlten, sagt er. Sämtliche Unterlagen lägen der Stiftung jedoch vor. Auch sei er aufgefordert worden, Betriebskosten in Höhe von knapp 50 000 Euro nachzuzahlen. Seine Familie habe aber mit dem ehemaligen Vorsitzenden der Stiftung, Gottfried Kiesow, abgesprochen, dass sie Hausmeistertätigkeiten auf dem Areal übernehme, und dafür keine Nebenkosten zu zahlen habe.

Dem widerspricht Ursula Schirmer. Es gebe einen gültigen Mietvertrag, in dem die Betriebskosten geregelt seien. Dieser sei erst nach dem Tod Kiesows geschlossen worden. Häußer könne sich von daher nicht auf eine mündliche Vereinbarung berufen. Der Gastronom habe inzwischen Unterlagen nachgereicht, „wenn wir uns einigen können, dann könnte die fristlose Kündigung vom Tisch sein“. Dann könnte Häußer bis zum Ende des Mietvertrags im April 2019 bleiben.

Der Stiftung Denkmalschutz sei derzeit jedoch unklar, ob Häußer die Gastronomie überhaupt weiterbetreiben wolle, sagt Schirmer. Acht Monate vor Ende des Vertrags liege keine Anfrage vor. Für Häußer steht es dagegen außer Frage, dass er im Schloss bleibt. Er habe viel investiert und erst vor kurzem „zwei Kaffeemaschinen für 12 000 Euro gekauft“. „Ich habe gedacht, dass der Vertrag automatisch verlängert wird.“ Das sei auch anfangs so gelaufen.

Ob mit oder ohne Gastronomie: Die Stiftung möchte das Schloss auch weiterhin öffentlich zugänglich machen, sagt die Sprecherin. Das Café sei „eine schöne Ergänzung, aber nicht nötig“. Seit 2009 habe die Stiftung 2,3 Millionen Euro in das Ensemble investiert. 150 000 Euro gebe sie derzeit für die Ertüchtigung der maroden Mauer aus. „Warum sollten wir es dann schließen?“

Ursula Schirmer hofft, dass sich der Gastronom meldet. Dass er sich stattdessen an die Öffentlichkeit gewandt habe, erstaune sie. Doch Holger Häußer wollte die Kündigung nicht einfach hinnehmen. Über eine Unterschriftenaktion mobilisiert er derzeit den Stadtteil. Auch habe er in den vergangenen Woche mehrfach um einen Termin mit der Stiftung gebeten, sagt er - ohne Erfolg.

Für Höchst wäre es ein großer Verlust, müsste die Gastronomie im Schloss schließen, sagt FR-Leser Peter Frank. Die Terrasse sei eine „wunderbarer Platz mit Blick über den Main“. Empfehlenswert seien auch die Veranstaltungen Häußers und der Jazzfreunde Höchst im Schlosskeller.

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