Lade Inhalte...

Höchst Wunscherfüllung wie im Märchen

Der Verein „Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg“ setzt sich für sozial benachteiligte Kinder ein. Für die fünfjährige Malea lässt er einen Traum wahr werden.

Herzenswünsche
Malea schläft künftig wie eine Prinzessin. Foto: Rolf Oeser

Am heutigen Mittwoch geht für die kleine Malea aus Höchst ein Herzenswunsch in Erfüllung. Die Fünfjährige bekommt Besuch von einer echten Prinzessin. Und diese Prinzessin bringt Geschenke mit: Ein Hochbett mit Rutsche und ein Ranzen für die Einschulung im kommenden Jahr. Initiiert wurde die Aktion von dem gemeinnützigen Verein „Maria Prinzessin von Sachsen-Altenburg“, der sich für sozial benachteiligte Kinder einsetzt.

Der Verein mit Sitz in Stuttgart engagiert sich eigentlich nur in Baden-Württemberg. Im Sommer wurde seine Namensgeberin und Vorsitzende, Prinzessin Maria von Sachsen-Altenburg, auf die alleinerziehende Mutter Anna-Katharina Roth aus Höchst aufmerksam. Ein Foto, das Maleas Mutter im Krankenhaus zeigte, weckte ihr Interesse. Daraufhin nahm sie Kontakt auf und ließ sich die Familiengeschichte erzählen.

Anna-Katharina Roth leidet unter einer angeborenen Gerinnungsstörung. Die Folge: Schwere Thrombosen und abgestorbene Gewebeteile. Die letzten zweieinhalb Jahre verbrachte sie in Krankenhäusern und Arztpraxen, musste starke Schmerzmittel nehmen. „Bis zu zwölf Tabletten am Tag betäubten mich. Für Malea war das furchtbar“, erzählt die 36-Jährige. Im Juni wurde sie einer Operation unterzogen, seither geht es ihr besser. Auch die Medikamente hat sie abgesetzt. Dennoch: Malea bleibt traumatisiert. „Ich habe meine Tochter für eine Kindertherapie angemeldet, damit sie das Erlebte aufarbeiten kann“, erzählt die Mutter.

An diesem Punkt kommt der Verein von Prinzessin Maria ins Spiel. „Wir möchten Kindern, die Schlimmes erfahren haben, Herzenswünsche erfüllen“, erklärt die Vorsitzende. „Damit sie nicht den Glauben daran verlieren, dass Träume wahr werden können.“ Zu diesem Zweck gründete die Prinzessin, die hauptberuflich als Expertin für Business-Etikette Vorträge und Seminare abhält, vor zwölf Jahren ihren eigenen Kinderhilfsverein. Zuvor hatte sie sich bereits für verschiedene Kinderhilfsprojekte engagiert.

Engagement dank Sponsoren möglich

Finanziert wird die Erfüllung der Herzenswünsche über Sponsoren. „Wir behandeln jede Geschichte individuell“, erklärt die studierte Betriebswirtin. Zu jedem Wunsch werde ein passender Unterstützer gesucht. „Dabei ist uns wichtig, dass der Traum wirklich der des Kindes ist und nicht dem der Eltern entspricht.“

Den Fokus legt der Verein auf sozial benachteiligte Kinder zwischen drei und 18 Jahren. „Der Begriff ist bei uns weit gefasst: Wir widmen uns Kindern aus finanziell schwachen, gesundheitlich beeinträchtigten oder sozial diskriminierten Familien“, erklärt die Gründerin. Darunter Kinder mit Traumata, Behinderungen, Erkrankungen oder einem verstorbenen Elternteil.

Bei der Wunscherfüllung ginge es primär darum, den Kindern etwas zu geben, wovon sie langfristig zehren können. „Ich erinnere mich an einen Jungen, der Spastiker war und in der Schule gehänselt wurde“, erzählt die Vereinsvorsitzende. „Sein Herzenswunsch war es, eine Panzerdivision zu besuchen.“ Der Junge durfte nicht nur eine Division besichtigen, er durfte sich auch als jüngster Besucher in das Goldene Buch eintragen. Der Kommandeur sagte ihm daraufhin, dass er nun dazugehöre. „Das hat den Jungen zutiefst bewegt und sein Selbstwertgefühl nachhaltig gestärkt“, berichtet die Prinzessin.

Auch Maleas Herzenswunsch soll in Erfüllung gehen. Bei einem Ausflug in ein Möbelhaus hat sie ein „Prinzessinnenbett“ mit Rutsche und Höhle entdeckt, von dem sie seither schwärmt. Außerdem fiebert sie ihrer Einschulung entgegen. „Seit zwei Jahren spielt Malea schon begeistert Schule“, erzählt ihre Mutter. Zum Bett gibt es deshalb einen passenden Schulranzen mit Cinderella-Motiv. Die Geschenke erhält Malea heute von der Prinzessin persönlich überreicht. „Ich bin Maria für ihr Engagement unglaublich dankbar“, sagt die Mutter sichtlich gerührt.

Lesen Sie weitere Berichte aus Höchst

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen