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Höchst/Unterliederbach Kein neues Verkehrskonzept in Sicht

Die Stadt würde auf der Königsteiner und der Gotenstraße gerne die Einbahnregelung aufheben. Die Achsen sind dafür aber schlicht zu stark befahren.

Berufsverkehr | Königsteiner Straße | Frankfurt
Berufsverkehr auf der Königsteiner Straße in Unterliederbach. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)

Keine guten Nachrichten hat die Stadt für Anlieger und Nutzer der Königsteiner und Gotenstraße in Unterliederbach und Höchst. Die Verwaltung hat sich Gedanken gemacht, wie sie die Aufenthaltsqualität an den zwei Hauptverkehrsachsen erhöhen könnte. Jens Wöbbeking vom Referat für Verkehrsplanung und Mobilität hat sie in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 6 ausführlich vorgestellt.

17 000 Fahrzeuge zählt das Referat pro Tag auf der Kö. Auf der Gotenstraße sind es 14 000. Die Autos fahren zu schnell, der Verkehr ist laut, Falschparker behindern Radler, die müssen ausweichen und stören so die Fußgänger. Ein einziges Ärgernis.

Die Lösung: Es gibt keine. Beste Idee, den Straßenverkehr zu befrieden wäre es, den Zweirichtungsverkehr wieder herzustellen. Die Autos also nicht mehr wie jetzt auf zweispurigen Einbahnstraßen zu lenken. Das würde das Tempo drosseln, glauben die Experten, auch den Erschließungsverkehr vereinfachen und die Nebenstraßen entlasten – weil man dann nicht immer um den Block fahren müsste. Außerdem hätten es die Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs leichter, die Bushaltestellen in Gegenrichtung zu finden – sie müssten nicht mehr zur Gotenstraße.

Der Zweirichtungsverkehr auf je einer Spur ist aber anfällig für Störungen. Wenn das Müllauto hält, müssen alle Fahrzeuge dahinter halten. Ebenso beim Bus. Oder die Verkehrsteilnehmer weichen auf die Gegenfahrbahn aus. Das geht aber nicht, denn die ist stark befahren. Weiterer Nachteil: Um zusätzliche Abbiegespuren zu schaffen, müsste der Parkstreifen am Rand entfallen.

Model durchgerechnet

Die Stadt hat das Modell sogar durchrechnen lassen. Die Leistungsfähigkeit der Straße, also die Zahl der Autos, die dort fahren können, bliebe bei 93 Prozent des Ist-Zustands. Parkplätze würden aber rund die Hälfte entfallen. Der Knotenpunkt an Königsteiner, Hospital- und Gebeschusstraße wäre wegen der komplizierten Abbiege-Verbindungen hoffnungslos überlastet.

Der Zweirichtungsverkehr wäre nur möglich, wenn dort signifikant weniger Verkehr fahren würde. Und das sei derzeit realistisch nicht zu erwarten, findet Wöbbeking. Selbst der Bau einer Westumgehung von Unterliederbach, wie immer wieder gefordert, wäre keine Garantie dafür. Die Autos auf der Königsteiner bögen im erheblichen Maß nach links ab – in die Hospitalstraße und weiter zur Zuckschwerdtstraße. Diese Verkehrsteilnehmer würden keineswegs später einmal die Westumgehung nutzen.

Auch für den Radverkehr auf der Gotenstraße stellt das Referat keine Besserungen in Aussicht. Derzeit dürfen Radler nur die Radspur auf der Ostseite nutzen. Gen Taunus. Wer in die andere Richtung will, muss einmal um den Block fahren zur Königsteiner. Das Referat habe alle Varianten geprüft, den Radverkehr anders zu gestalten. Weder ein Radstreifen für beide Richtungen noch eine baulich abgetrennte Radspur seien praktikabel.

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