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Höchst Schlosscafé bleibt vorerst geöffnet

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zieht ihre fristlose Kündigung zurück. Der Vertrag läuft noch bis April 2019.

Höchster Schlossfest
Das Höchster Schloss ist immer einen Besuch wert. Foto: Rolf Oeser

Holger Häusser kann vorerst weiter machen. Zumindest bis zum kommenden Frühling. Der Gastronom, der unter anderem den Höchster Schlosskeller und das Schlosscafé bewirtschaftet, hat Streit mit seiner Vermieterin, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Die fristlose Kündigung seines Pachtvertrages zum 31. Juli hat die Stiftung nun aber zurückgezogen.

Häusser hat fehlende Bescheinigungen nachgereicht, sagt Stiftungssprecherin Ursula Schirmer, trocken. Ein bisschen verwundert schüttelt sie den Kopf. Mehrfach habe die Stiftung den Mieter aufgefordert, Kopien seiner Genehmigung zum Betrieb eines Cafés einzureichen. „Die brauchen wir als Vermieter.“ Die Stiftung hat sie inzwischen wohl vorliegen. Damit läuft der Vertrag weiter wie vereinbart: bis Ende April 2019.

Wie es dann weiter geht, ist unklar. Ursula Schirmer sagt, die Stiftung habe noch kein Signal des Pächters erhalten, dass der das Café gerne weiter betreiben möchte. Häusser dagegen sagt, er würde sehr gerne weitermachen und wolle sich so schnell wie möglich mit der Stiftung zusammensetzen und einen neuen, langfristigen Vertrag abschließen.

Wer zahlt die Nebenkosten? 

Offen ist auch der Streit um die Nebenkosten. Holger Häusser beruft sich auf mündliche Absprachen mit dem früheren Vorsitzenden der Stiftung, Gottfried Kiesow. Demnach müsse Häusser keine Nebenkosten für das Areal zahlen, weil er Hausmeistertätigkeiten übernehme. Also täglich das Gelände öffne und schließe, den Hof sauber halte, den Winterdienst übernehme und Aufsicht führe, Vandalismus und Verunreinigungen verhindere.

Nur ist Kiesow inzwischen verstorben. „Wir wissen nicht, was er da besprochen hat“, sagt Schirmer. Was sie aber weiß ist, dass die Stiftung einen Mietvertrag besitzt, den Häusser auch unterschrieben habe. Darin stehe, dass der Mieter die Nebenkosten trägt. „Das müssen wir vor Gericht klären“, sagt Schirmer.

Gleich wie der Streit endet, will die Stiftung Schlosshof, Terrasse und Museum auf jeden Fall weiterhin geöffnet halten. Die Stiftung investiere viel Geld in die Bausubstanz. Derzeit lässt sie die Mauerkrone sanieren. „Das würden wir nicht tun, wenn wir das Areal absperren wollten.“ Remise – darin ist das Café untergebracht – und Schlosskeller sind baulich in Ordnung, sagt Schirmer. Immerhin. Daran wird das Fortbestehen von Café und Partykeller also nicht scheitern.

Café ist auch ein attraktiver Treffpunkt 

Indes mehren sich im Stadtteil die Stimmen, die sich Sorgen um das Schloss machen. Als Herzstück der Altstadt bezeichnet SPD-Landtagskandidatin Petra Scharf das Bauwerk. „Dank der gastronomischen Einrichtungen wird dieses historische Denkmal auch zur Begegnungsstätte für Höchster ebenso wie für Besucher unseres Stadtteils.“ Die SPD Höchst sammelt Unterschriften zum Erhalt der Gastronomie, an der Albanusstraße 2 liegen samstags von 11-13 Uhr die Listen aus.

Der Zugang zur Schlossterrasse soll wie bisher frei zugänglich bleiben, wünscht sich die Bürgervereinigung Höchster Altstadt. Möglichst auch mit einer Bewirtung. „Festzuhalten ist, dass Herr Häusser nicht nur für eine ansprechende Gastronomie gesorgt hat, er hat auch dafür gesorgt, dass die Schlossterrasse weitgehend von Zerstörungen freigehalten wurde“, sagt Wolfgang Weber von der Bürgervereinigung

Das Schloss ist auch Thema beim nächsten Mittwochtreffen der Wählerliste Frankfurt-West. Am Mittwoch, 5. September, diskutiert man ab 19 Uhr im „Schwan“ am Höchster Schlossplatz – also im Lokal von Holger Häusser.

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