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Höchst Sauber machen vor der Party

Am Wochenende vor Schlossfest-Auftakt räumen die Höchster auf. Immerhin ist das offizielle Motto der Feier „Höchst putzt sich raus“.

Aufräumaktion der Höchster Vereine vor dem Schlossfest
Höchst putzt sich raus. Foto: Monika Müller

Das Handy von Claus Cromm vibriert am Samstagvormittag ständig. Der Vereinsringvorsitzende koordiniert die Helfer bei der Müll-Sammelaktion „Höchst putzt sich raus“, eine Woche vor Beginn des Schlossfests. Der Titel ist gleichzeitig das diesjährige Motto der großen Feier.

Cromm steht am Brunnen auf dem Schlossplatz, vor sich einen Notizblock, neben ihm Mitarbeiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt, die mit der Kampagne “#cleanffm“ und bedruckten Kappen und grünen Frisbeescheiben für mehr Sauberkeit werben. „Schleifergasse, Antoniterstraße?“, versichert sich der 56-Jährige mit dem Telefon am Ohr. „Ja, ich schicke jemanden“. Die Straßen seien „Hotspots“ für Sperrmüll. „Da kannst du wöchentlich Kram abholen“, sagt Cromm.

Er wünscht sich am liebsten „visuelle Überwachung“ mit Kameras an beliebten Sperrmüllplätzen. „Wir dürfen nicht filmen im öffentlichen Raum“, entgegnet Claudia Gabriel, Leiterin der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Sie appelliert an die Zivilcourage der Bürger. „Wir brauchen Augenzeugen, die solche Fälle anzeigen“, sagt die 50-Jährige. Ohne die Unterstützung der Bevölkerung ginge es nicht. „Wenn einer illegal auf Kosten der Allgemeinheit seinen Müll entsorgt, dann ist das asoziales Verhalten.“

Ein von Cromm organisiertes Fahrzeug mit Anhänger fährt am Samstag umher und sammelt Reifen, Rigips-Platten, alte Möbel, Wäscheständer oder Bürodrehstühle ein. Größere Müllberge würden dokumentiert und an das Entsorgungsunternehmen FES zum Abtransport geleitet. Einen Haufen hat Heike Merkle und mit ihrer Helfergruppe in der Storchgasse entdeckt. Über eine ganze Hausbreite habe sich dort der Unrat getürmt: Schränke, Kleidung, Schuhe, Blumenkübel. Ein Helfer sagt im Vorbeigehen: „Querbeet durch den Haushalt“.

In Merkles grüner Tüte hat sich noch nicht viel angesammelt außer ein paar verblühten Pflanzenstengeln und Zigarettenstummel. „Am übelsten sind die Stummel“, sagt die 54-Jährige. Die Zahl der „wilden Sperrmüllhaufen“ im Stadtteil seien aber „extrem“. In der Gasse namens Brand hätten die Müllsammler Glück: „Viele in der Nachbarschaft haben Greifzangen und machen regelmäßig Dreck vor ihrer Haustüre weg“, sagt die Ginnheimerin, die seit zwei Jahren in der Bolongarostraße ein Mode-Atelier betreibt.

Merkle freut sich schon aufs Schlossfest. Am Mainufer wird sie mit einem Höchster Autohaus beim Oldtimertreffen eine Modenschau im „Retro-Style“ der 1940er bis -60er Jahre organisieren. Alles sei vorbereitet. „Wir hoffen nur, dass das Wetter hält“, sagt Merkle. Auch Carstens Sass, der vor dem Bahnhof, in der Bruno-Asch-Anlage und in der Hostatostraße den Müll aufhebt und dessen Beutel mit Brettern, Einwegbechern und Plastikverpackungen randvoll ist, freut sich schon auf das kommende Wochenende und die anschließenden Tage. Er verkaufe für die deutsch-irische Kulturinitiative Guiness-Bier auf dem Schlossfest.

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