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Höchst Sanierung des Bolongaropalastes kommt nicht voran

Warten auf den Kran: Die 2017 begonnene Sanierung des Bolongaropalastes in Frankfurt-Höchst hat sich massiv verzögert - die veranschlagten Baukosten werden wohl steigen.

Frankfurt-Höchst
Der Bolongaropalast in Höchst wird seit 2017 saniert. Foto: Michael Schick

Die 2017 begonnene Sanierung des historischen Bolongaropalastes in Höchst hat sich schon jetzt massiv verzögert. Henning Brandt, der Leiter der städtischen Verwaltungsstelle Höchst, spricht nun offiziell von mindestens einem halben Jahr Verzug. Der von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) im vorigen Jahr versprochene Abschluss der Bauarbeiten bis Ende 2020 sei „nicht mehr zu halten“, so Brandt gegenüber der FR. 

Tatsächlich stecken die Arbeiten noch ziemlich in den Anfängen. Bereits 2017 hätte ein großer Kran aufgestellt werden sollen, der für die Umbauten an dem denkmalgeschützten Gebäude von zentraler Bedeutung ist. Er steht noch immer nicht. Brandt kündigte die Aufstellung jetzt für Juni an.  

Probleme mit der Statik des Krans 

Nach seinen Worten hat es bei dem Kran massive Probleme mit der Statik gegeben. „Den Statikern war der Boden vor dem Gebäude nicht fest genug, um ein so schweres Teil zu tragen.“ Deshalb musste eigens eine Betonplatte gegossen werden, die wiederum mit Pfählen tief in der Erde verankert werden musste. 

„Lange Zeit war aber nicht klar, wo genau welche Leitungen im Erdreich verlaufen“, klagte der Leiter der Verwaltungsstelle. Das Problem sei „nicht in den Köpfen“ gewesen. 

Brandt bestätigte aber auch, dass die Baugerüste an der Gartenseite des Bolongaropalastes erst jetzt vervollständigt werden konnten. Woran das lag, blieb offen. 

Unklar ist, ob angesichts der Verzögerung die veranschlagten Baukosten von 38,6 Millionen Euro noch zu halten sind.  

Spott vom Museumsverein 

Der Kultur- und Museumsverein Bolongaro, der für die mehr als 150 000 Menschen im Frankfurter Westen spricht, reagiert nur noch mit offenem Spott auf die Probleme der Stadt. „Wir fragen uns, wie es eigentlich der Familie Bolongaro im 18. Jahrhundert gelungen ist, den Palast in nur drei Jahren zu bauen“, sagte der Vorsitzende des Kultur- und Museumsvereins, Markus Grossbach, im Gespräch mit der FR. Tatsächlich wurde das riesige Gebäude zwischen 1772 und 1774 komplett errichtet.  

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) hatte gegenüber der FR bereits einen Runden Tisch mit allen Beteiligten zum Thema Bolongaropalast versprochen. Verwaltungsleiter Brandt hoffte, dass dieses Treffen noch vor den Sommerferien einberufen werden könne, die am 23. Juni beginnen. Der Kultur- und Museumsverein erwartet, dass sich der Oberbürgermeister persönlich den Bürgerinnen und Bürgern stellt. Zur Frage, ob Feldmann tatsächlich kommt, war gestern im OB-Büro keine Antwort zu bekommen. 

Platz für viele Kulturinstitutionen 

Nach dem Umbau soll das Gebäude unter anderem ein Museum zur Geschichte von Höchst, einen Saal für Theateraufführungen, eine Theaterwerkstatt und Probenräume, ein Kino und ein Restaurant umfassen. 

Der Kultur- und Museumsverein fordert, dass die Stadt den Betrieb des Museums übernimmt und Personal einstellt. 

Verwaltungsleiter Brandt sagte, der Oberbürgermeister habe das Ziel ausgegeben, dass der Ortsbeirat 6 (westliche Stadtteile) noch im Frühjahr 2021 seine erste Sitzung im Bolongaropalast abhalten könne. „Wir bleiben optimistisch,“ erklärte der 61-jährige Beamte. 

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