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Hochhäuser in Frankfurt Eine Bar in 190 Metern Höhe

Der neue Wolkenkratzer „One“ im Frankfurter Europaviertel wird gleichzeitig Hotel und Bürohaus. Eine der Attraktionen des 190 Meter hohen Gebäudes dürfte eine Bar in der obersten Etage sein.

Neubau
So soll es Ende 2021 am Eingang zum Europaviertel aussehen. Foto: Martin W. Plantikow

Jan Schneider unternahm eine Zeitreise. Zunächst in eine Epoche, die niemand miterlebt hatte, der am Mittwoch bei der Grundsteinlegung des Hochhauses namens „One“ im Europaviertel dabei war. Um das Jahr 1880, so erzählte der Baudezernent, wuchs Frankfurt noch viel mehr als heute, die Stadt musste bauen, bauen, bauen, aber auch die Versorgung der Bevölkerung sicherstellen. Deshalb richtete sie den Hauptgüterbahnhof ein – eben an der Stelle, an der Ende des Jahres 2021 das „One“ stehen soll.

Allerdings gab es für diesen Ort auch andere Pläne, wie Schneider im zweiten Teil seines Exkurses in die Frankfurter Stadtgeschichte erzählte. Im Jahr 1998, Schneider befand sich im besten Junge-Union-Alter, war das Ende des Hauptgüterbahnhofs beschlossene Sache. Im Römer träumte man von der Musicalstadt Frankfurt. Das UEC, das Urban Entertainment Center, sollte gebaut werden. Doch daraus wurde nichts. Am Ende entschied sich die Kommunalpolitik doch lieber für ein Einkaufszentrum („Skyline Plaza“) und die Hochhäuser „One“ sowie „Grand Tower“ als Entree zum Europaviertel, in dem einmal 15 000 Menschen leben und 25 000 arbeiten sollen.

Jan Schneider findet diese Entscheidung gut, denn als Frankfurter Baudezernent muss er Hochhäuser gut finden, als Frankfurter CDU-Chef sowieso, und außerdem entsteht da unweit von Messeturm und Festhalle ja nicht irgendein Hochhaus, sondern „ein Hybrid“, wie Schneider ausführte. Das 190 Meter hohe „One“ nämlich wird gleichzeitig Hotel und Bürohaus. Die unteren 14 Stockwerke soll die NH-Gruppe für eine Vier-Sterne-Herberge mit 375 Zimmern nutzen. In den übrigen 35 Etagen wird Geld verdient wie in allen anderen Frankfurter Bürotürmen auch. Wobei die Büroangestellten auch die Annehmlichkeiten des Hotels nutzen können, etwa das Fitnessstudio oder die Gastronomie.

„Keine Wehrtürme mehr“

Der eigentliche „große Gewinn“ (Schneider) in dem Haus, das der Frankfurter Architekt Thomas Meurer im Auftrag der CA Immo AG bauen lässt, ist aber die Sky Bar. Eine öffentliche Bar in der obersten Etage mit Rundumblick auf Frankfurt und den Taunus. Die Stadt ende nämlich nicht an der Fassade des Wolkenkratzers, auch das Innere des Gebäudes gehöre zu ihr, sagte der Geschäftsführer von CA Immo, Michael J. Morgan. Hochhäuser dürften nicht länger „uneinnehmbare Wehrtürme“ sein.

Morgan räumte ein, dass seine Gesellschaft erst skeptisch gewesen sei, als sie von dem Standort des Hochhauses erfahren habe. Derartige Gebäude wollte die CA Immo dann doch eher im Bankenviertel bauen. Mittlerweile ist Morgan aber vom Europaviertel überzeugt. Der neue Stadtteil „ist in Frankfurt angekommen“ und wachse zusammen mit dem Gallus, dem Westend und eben dem Bankenviertel.

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