Lade Inhalte...

Hausen Willkommen unter Nachbarn

Im Drin-Café können sich Bürger treffen und austauschen. Eröffnet wird das Zentrum am Donnerstag, 7. Dezember, mit einem Fest.

Angebot
Geplant ist auch ein Repair-Café, in dem Gäste Geräte unter Anleitung instand setzen können. Foto: Rolf Oeser

Dabei sein, Räume entdecken, initiativ werden, Nachbarschaft leben – auf diesen vier Ansätzen basiert das Konzept des sogenannten Drin-Cafés. Den neuen Stadtteiltreff in Hausen gibt es seit August. Immer donnerstags öffnet er seine Pforten und lädt zum Austausch ein. Am 7. Dezember soll das Projekt im Zuge einer Einweihungsfeier der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Schon jetzt wird das Angebot rege wahrgenommen.

„Die ersten Monate sind gut angelaufen – und das hat sich rumgesprochen“, resümiert Asam Feresheth Ghodstinat, Leiterin des Nachbarschaftscafés. Rund 100 Gäste seien bislang im Seitenflügel des neuen Gemeindehauses in Alt-Hausen ein- und ausgegangen. Drei Sitzgruppen und ein Stehtisch laden zum Verweilen ein. Plätzchen und Kaffee stehen bereit. Eine Gruppe Frauen unterhält sich angeregt.

Darunter Maryan Rezaei aus Hausen und Afsaneh Bahmani aus Heddernheim, die sich im Drin-Café kennengelernt haben. Seit August waren sie fast jede Woche da. „Ich weiß die Gespräche und die Aktionen zu schätzen“, sagt Rezaei. „Einmal im Monat frühstücken wir gemeinsam.“ Außerdem werden Kreativworkshops angeboten. „Ich wollte schon lange an einem Nähkurs teilnehmen. Dank der Kinderbetreuung hier vor Ort konnte ich kürzlich ein solches Angebot wahrnehmen“, erklärt die Mutter eines zweijährigen Jungen.

Das kostenfreie Programm des Cafés richtet sich an Menschen aus dem Stadtteil und angrenzenden Stadtteilen. „Willkommen sind nicht nur sozial Benachteiligte“, betont Ghodstinat. „Unser Ziel ist es, hier ein Gemeindezentrum zu schaffen, an dem sich Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen begegnen, sich austauschen und voneinander profitieren können.“

Träger der Drin-Initiative sind die Evangelische Kirche Hessen und Nassau und die Diakonie Hessen. Die Kooperation ermöglicht ausgewählten Gemeinden, Projekte zu entwickeln, die auch von Armut betroffenen Menschen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen. Vier Konzepte sind allein in Frankfurt umgesetzt worden. Neben Hausen gibt es Angebote in Sossenheim, Riederwald und Preungesheim.

Bei organisatorischen Aufgaben für das Drin-Café wird Ghodstinat von Pfarrer Holger Wilhelm und einigen Gemeindemitgliedern, darunter auch Ehrenamtliche, unterstützt. Neben dem eingangs erwähnten Nähkurs wurden schon ein Bastelnachmittag, ein interkulturelles Fest und ein Ärztevortrag angeboten. Im Dezember wird neben der offiziellen Eröffnungsfeier des Cafés eine Gesprächsrunde zum Thema „Wie feiern andere Kulturen Weihnachten?“ veranstaltet.

„Wir fragen unsere Besucher, was sie interessiert. Daraufhin erstellen wir unseren Veranstaltungskalender“, erklärt Pfarrer Wilhelm das Konzept. Auf diese Weise sei auch die Idee für ein „Repair-Café“ zustande gekommen. „Ab nächstem Jahr können unsere Gäste einmal im Monat unter professioneller Betreuung ihre Elektro-Kleingeräte instand setzen.“

Das Café fungiere außerdem als Beratungs- und Vermittlungsstelle. „Die Verantwortlichen haben immer ein offenes Ohr für uns“, bestätigt Besucherin Maryan Rezaei. Als sie eine Wohnung suchte, sei ihr von Pfarrer Wilhelm der Kontakt zu ihrem heutigen Vermieter vermittelt worden.

Finanziert wird das Café bis 2018 über die Drin-Initiative. Etwa 30 000 Euro seien dann für den Fortbestand des Projektes nötig, so der Pfarrer. „Wir sind zuversichtlich, dass sich das Angebot bis dahin gut genug etabliert hat, um entsprechende Unterstützung zu erhalten.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum