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Gutleut Wunsch nach Treffpunkten

Quartiersmanagerinnen sammeln Ideen, wie der Stadtteil aufgewertet werden kann. Bis die Forderung nach einen Wochenmarkt umgesetzt werden kann, soll es ab Herbst ein „Einkaufstaxi für Senioren“ geben.

Einen Wochenmarkt, mehr Wohlfühl-Atmosphäre an öffentlichen Plätzen, Cafés und Freizeitangebote. So klingt es, wenn die Bewohner des Gutleuts eine Wunschliste für ihr Viertel machen dürfen. Und die spiegelt sich in den Ergebnissen der Stadtteilbefragung wider, die die Quartiersmanagerinnen Lena Landrock und Amanda Bruchmann am Dienstagabend präsentierten. Etwa 70 Interessierte und Aktive diskutierten in der Hoffnungsgemeinde über die Resultate.

Als Schnittstelle zwischen sozialen Akteuren im Stadtteil besteht das Nachbarschaftsbüro seit gut einem Jahr im Rahmen des Frankfurter Programms Aktive Nachbarschaft. Seither haben sich Landrock und Bruchmann für mehr Zusammenarbeit im Stadtteil eingesetzt, ein Nachbarschaftsfrühstück und einen Newsletter initiiert. „Am allerwichtigsten sind uns die Menschen“, betont Landrock. Deshalb haben die Quartiersmanagerinnen die Bewohner nach ihrer Meinung gefragt.

Ideen, um auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen, gibt es schon: So steht eine Umgestaltung des Skateplatzes unter der Friedensbrücke an. Am Schönplatz soll eine neue AG für mehr Sauberkeit sorgen. In puncto Wochenmarkt kooperiert das Nachbarschaftsbüro eng mit der Stadt: „Wir bleiben dran“, versprach Ortsbeirat Peter Metz (SPD) aus dem Publikum. Der Wunsch nach einem Wochenmarkt ist nicht neu – bisher fehlt ein Standort. Deshalb wird es zur Überbrückung ab Herbst ein „Einkaufstaxi für Senioren“ ins Gallus geben, so Landrock. Langfristig könnte ein Wochenmarkt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Ein Markt ist nicht nur Einkaufsgelegenheit, sondern auch Ort des Austausches.

Diesem Anliegen hat sich auch Gude Leut’ verschrieben. Seit 2012 veranstaltet der Verein das Rottweiler-Platz-Fest. Die Ergebnisse der Stadtteilbefragung sind für Vorstandsmitglieder Johannes Rapp und Kristin Kusche „nicht überraschend“. Sie kennen die Probleme: fehlende Begegnungsmöglichkeiten, vermüllte Grünflächen.

Die Arbeit des Nachbarschaftsbüros befindet Rapp als „super, um sich mit anderen Akteuren zu vernetzen, und eine gute Schnittstelle zur Stadt“. Bei zukünftigen Projekten soll die Beteiligung der Bewohner eine zentrale Rolle spielen. Das begrüßt Wilhelm Duscheck von der AG Erwerbsminderung. Die AG will ein für Betroffene „einfach zu erreichender Ansprechpartner sein“, um bei Anträgen zu helfen und Kontakt zu Anlaufstellen herzustellen, so Duscheck. Einen Raum für ihre monatlichen Treffen hat die AG mit Hilfe des Quartiersmanagements bekommen.

Im Gemeindesaal herrscht familiale Atmosphäre. Dass das Publikum aus vielen Engagierten besteht, deutet aber ebenso die Schwierigkeiten an, in einem Sozialprogramm wirklich alle zu erreichen: Auf den 215 ausgewerteten Fragebögen gab mehr als die Hälfte an, einen abgeschlossenen Hochschulabschluss zu haben. Fast gleich viele gehen einer Vollzeitbeschäftigung nach. Menschen mit Haupt- oder Realschulabschluss waren demnach kaum vertreten.

Und auch wenn Dezernentin Birkenfeld mit Blick ins Publikum feststellte, dass die Quartiersmanagerinnen bisher „offensichtlich alle Generationen aktiviert“ hätten, so merkte eine Frau aus dem Publikum an, dass die Veranstaltung auf den ersten Tag des islamischen Opferfests gelegt worden sei. Die Feier ist vergleichbar mit dem christlichen Weihnachten – mutmaßlich ein Grund für viele muslimische Bürger, diesen Abend im Privaten zu verbringen.

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