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Griesheim Einkehren mit Mainblick

Katrin Maier ist seit Juni neue Pächterin im Restaurant im Ruderclub. Die Köchin bereitet gut bürgerliche deutsche Küche zu.

Gaststätte Ruderclub Griesheim | Frankfurt  | 14.03.2017
Katrin Maier hat die Welt bereist. Foto: peter-juelich.com (peter-juelich.com)

Es ist ein freundlicher Gastraum. Das Restaurant Main-Glück im Ruderclub bietet helle Wände, große Fenster ohne Gardinen, viel Licht fällt so herein. Ein Ruderboot liegt über dem rückwärtigen Teil der Bar. Von der Terrasse haben Besucher einen wunderbaren Blick auf den Main, der majestätisch dahin fließt. Wie das Leben an sich. Die Wände zieren alte Ruderer-Bilder. Es gibt wenig Nippes, dafür Holztische ohne Decken. „Ich mag es gerne natürlich“, sagt Katrin Maier, seit Juni die neue Pächterin.

Die 32-Jährige ist ein Griesheimer Mädchen. Die ersten sechs Jahre ihres Lebens hat sie im Stadtteil gewohnt. „Eine schöne Zeit“, sagt sie, zumindest so weit wie sie sich erinnern könne. Dann zieht sie aufs Land. Da gibt es nicht viele Möglichkeiten für eine Ausbildung. Katrin Maier interessiert sich fürs Hotelfach. Beim Praktikum merkt sie, dass ihr die Arbeit in der Küche mehr Spaß macht als die an der Rezeption oder im Service. Sie wird Köchin.

Die Energie in der Küche, die Arbeit mit dem Team, das gefalle ihr besonders gut. Natürlich bereite man sich vor. Aber wenn es dann in die heiße Phase geht, gebe es einen Sog. „Da ist man im Rhythmus.“ Die Bestellungen kommen rein und das Essen geht raus. „Es ist wie eine Band auf der Bühne oder eine Fußballmannschaft im Spiel“, sagt Katrin Maier schwärmerisch.

Nach der Ausbildung ist die junge Köchin erst einmal unterwegs. „Ich habe mir die Welt angeschaut.“ Köche sind gefragt. „Es herrscht überall Notstand.“ Maier arbeitet in Australien, in Spanien, in Wiesbaden. Sie kocht international, mediterran und englisches Frühstück. Seit 2013 ist sie dauerhaft zurück in Frankfurt.

Im Main-Glück bereitet sie vorwiegend gutbürgerliche deutsche Küche zu. Die Karte möchte sie ausgewogen halten. Klar, es gibt Schnitzel und Tafelspitz. Aber immer auch Fisch, frische Salate, Vegetarisches, selbst gemachte Suppen. 50 Besucher passen in den Gastraum, 60 in den angrenzenden Saal. Auch einen kleinen Clubraum gibt es und natürlich die Terrasse mit Mainblick.

In den Sommermonaten hat Maier an den Wochenenden Kaffee und Kuchen angeboten. „Das ist aber wenig angenommen worden“, wundert sie sich. Versuchen wird sie es im kommenden Sommer erneut. Ein großes gastronomisches Angebot hat der Stadtteil ansonsten auch nicht zu bieten. Maier bedauert das. „Es gibt zu wenig Gründe, nach Griesheim zu kommen“, sagt sie.

Konkurrenz fürchtet sie nicht, im Gegenteil. „Wenn ich eine geschlossene Gesellschaft habe, weiß ich gar nicht, wo ich die anderen Besucher hinschicken soll“, sagt sie und überlegt. „Es gibt die Pizzeria und das uigurische Restaurant an der Kleyerstraße.“

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