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Griesheim Die Mini-Lok fährt im Brotkasten

Im Saalbau sind noch bis Sonntag Modell-Anlagen aus ganz Deutschland ausgestellt.

Frankfurt. Griesheim, Modelleisenbahnen. TAGESHONORAR.
Frankfurt. 25.05.2017. Modelleisenbahn-Club Griesheim. Ausstellung von Modellbahnen verschiedener Vereine anlaesslich 60 Jahre Bund-Deutscher-Eisenbahnfreunde. Foto: Renate Hoyer (Renate Hoyer)

Bei Steffen Grabsch pfeift’s. Mit dem Smartphone in der Hand steuert der 33-Jährige auf der Modellbahn-Ausstellung im Griesheimer Saalbau die elektrisch fahrenden Züge. „Dampfgeräusche“ der Lok kann er über den Touchscreen seines Handys ebenso imitieren, wie das Pfeifen eines imaginären Schaffners und das Öffnen sowie Schließen der Wagentüren. Das hat seinen Preis. Rund 200 Euro würde ein solch spezieller Waggon kosten, berichtet der Sindlinger.

Und auch sonst steckt viel Technik und Geld in der Anlage, die die Mitglieder des Griesheimer Modelleisenbahnclubs mit Hilfe einer drahtlosen Internetverbindung betreiben. Unter dem Tisch laufen haufenweise Stromkabel zusammen. Per Laptop, auf dessen Bildschirm ein Schaltkreis zu sehen ist, lenkt Grabsch das Stellwerk der Anlage mit der gängigen Spurgröße H0.

Für das 60. Jubiläum des Bundes Deutscher Eisenbahnfreunde (BDEF) haben nicht nur die Griesheimer Modellbahner ihre mehrere Meter lange Anlage aus dem Vereinsraum im Keller des Saalbaus geholt. Weitere acht Klubs aus ganz Deutschland haben nachempfundene Modellbahnstrecken aus ihrer Heimat aufgebaut. Eine Nachbildung der Kölner Südbrücke ist zu sehen, daneben die Kerkerbachbahn in der Nähe von Limburg, die Kahlgrundbahn bei Aschaffenburg sowie eine Dampfbahn-Route in Sachsen.

„Von Wilhelmshaven im Norden bis Tuttlingen im Süden, von Bergisch-Gladbach im Westen bis Neupetershain bei Cottbus im Osten“ seien Bahnstrecken dabei, berichtet Michael Gehring, vom BDEF. Der Vorsitzende des Griesheimer Modellbahnvereins, Klaus Syrbe, hebt die Vielfalt der Ausstellung hervor. Bei der „Leistungsschau“ würden unterschiedliche Spurweiten, und damit auch Zug-Größen sowie verschiedene Epochen, ab Beginn der Eisenbahnen Anfang des 19. Jahrhunderts bis zu den 1960er und -70er Jahren, gezeigt.

Auf einen meterlangen Deich, auf dessen Krone die Züge verkehren, blicken Besucher bei einem Modell der Eisenbahnfreunde Friesland. Sogar ein Stück Wattenmeer haben sie mit Farbe und glänzendem Lack nachempfunden. Der Sand stamme von der Insel Wangerooge, berichtet Vereinsmitglied Jürgen Rode.

Ralf Klengel und seine Partnerin Simone Stolzenberger aus Coswig in Sachsen lassen eine Schmalspur-Lokomotive ihre Kreise durch einen umfunktionierten Brotkasten ziehen. „Für Modellbahnen ist Platz auf der kleinsten Fläche“, sagt der 51-Jährige. „Zuarbeiten und Kritik“ zählten zu ihren Aufgaben, berichtet seiner Partnerin. Die 51-Jährige habe beispielsweise die Mini-Figuren bemalt, die auf einem offenen Waggon sitzen. Eine Mikrowelle und das Gehäuse eines Flachbild-Fernseher haben die beiden ebenfalls in eine Miniatur-Bahnstrecke verwandelt.

Bis 28. Mai sind die Eisenbahn-Anlagen im Griesheimer Saalbau, Schwarzerlenweg 57, zu sehen. Heute und morgen ist die Schau von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Erwachsene zahlen 6 Euro, Kinder bis 14 Jahren 3 Euro Eintritt.

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