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Ginnheim Markuskrankenhaus schließt Geburtshilfe

Ab Januar konzentriert sich die Klinik noch stärker auf die Gynäkologie. Dafür erweitert das Bürgerhospital die Zahl seiner Kreißsäle und will die werdenden Mütter übernehmen.

Schreiende Neugeborene gehören im Markuskrankenhaus bald der Vergangenheit an. Wie die Klinik am gestrigen Mittwoch in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Bürgerhospital mitteilte, werde die geburtshilfliche Abteilung zum 1. Januar 2019 schließen. Stattdessen werde man sich noch intensiver auf die operative Gynäkologie und gynäkologische Onkologie konzentrieren.

Marc Thill, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Markuskrankenhaus, erläuterte, dass man mehr Kapazitäten benötige, um dem steigenden Bedarf von Behandlung bestimmter Erkrankungen der Brust oder der weiblichen Geschlechtsorgane weiter gerecht werden zu können. Schweren Herzens habe man sich zum finalen Schritt bei der Geburtshilfe entschieden. Im vergangenen Jahr seien durchschnittlich rund zwei Kinder pro Tag im Markuskrankenhaus auf die Welt gekommen.

Dass es insgesamt aber nicht zu Kapazitätsengpässen in der Stadt kommt, dafür sorgt ab Januar das Bürgerhospital im Nordend. Die dortige Frauenklinik ist auf Geburtshilfe und Perinatalmedizin spezialisiert und wird ihre Abteilung für Geburtshilfe erweitern. In dem bis dahin fertiggestellten Teilneubau gibt es dann sieben statt zuvor fünf Kreißsäle. Insgesamt 50 Millionen Euro kostet die Baumaßnahme. „Durch die anstehende Vergrößerung können wir nicht nur die werdenden Mütter, sondern auch alle Hebammen und Kinderkrankenschwestern aus dem Markuskrankenhaus übernehmen, sofern diese es wünschen“, sagte Franz Bahlmann, Chefarzt der Frauenklinik im Bürgerhospital. Erste Gespräche mit den Mitarbeiterinnen seien bereits geführt worden.

Marc Thill vom Markuskrankenhaus berichtete: „In der Onkologie beispielsweise werden die Therapie- und Diagnosemöglichkeiten immer komplexer und umfassender. Da ist es sinnvoll, Ressourcen zu bündeln und sich auf bestimmte Bereiche zu spezialisieren.“ Das Markuskrankenhaus werde in diesem Zusammenhang nicht nur in die räumliche Erweiterung, sondern auch in innovative Medizintechnik investieren.

Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) lobte die Schwerpunktverlagerung: „Diese Entscheidung kommt den Patientinnen und Patienten zugute.“ Zukunftsfähige Medizin brauche Schwerpunktbildung und Spezialisierung.

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