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Gallus Solidarisch gegen hohe Mieten

Die Initiative „Solidarisches Gallus“ ist im Stadtteil präsent, verteilt Fragebögen und mobilisiert für eine große Demo am 20. Oktober.

Blumenkübel, Bierbänke und Sofas blockieren einen Teil der Fahrbahn von Frankenallee und Schwalbacher Straße. Transparente und Plakate hängen an Bäumen und Büschen. Die Protestveranstaltung der Initiative „Solidarisches Gallus“ ist gut besucht. Mit Redebeiträgen, Infomaterial und Flyern wird für die landesweite Mietenwahnsinn-Demo am 20. Oktober mobilisiert. Auf dicken Teppichen ist eine Spielecke für Kinder aufgebaut, es gibt gespendeten Kuchen, Musik, einen Umsonst-Flohmarkt und Gegrilltes.

„Wir wollen heute nicht nur auf die Demo aufmerksam machen, sondern auch als Initiative präsent sein und als Einwohner*innen öffentliche Räume nehmen“, erklärt Oli von „Solidarisches Gallus“. Es sei wichtig, ins Gespräch zu kommen und sich zu solidarisieren, Erfahrungen auszutauschen, um gegen Verdrängungsprozesse, steigende Mieten und Luxussanierungen im Viertel vorzugehen. Daher verteilt die Initiative Fragebögen zur Wohnsituation, Mieterhöhungen und Missständen. Am Ende der Veranstaltung sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

Die Initiative ist nun schon seit drei Jahren aktiv. Jeden Montag trifft sie sich im internationalen Zentrum. Zuletzt hat die Gruppe einen Infoabend mit dem Verein „Mieter helfen Mietern“ organisiert. „Es ist wichtig, sich das juristische Wissen anzueignen, um es selbst anwenden zu können“, erklärt Oli.

Im Gallus seien die Probleme durch Luxussanierungen, Mieterhöhungen und Verdrängungsprozesse weit fortgeschritten. „Es gibt wenig öffentlichen Raum und Grünflächen. Bestehender Wohnraum wird meist luxussaniert, die Mieten steigen und viele können sich das nicht mehr leisten.“ Dies gelte auch für ehemals günstigen Wohnraum wie in den alten Eiserbahnersiedlungen in Knurr- und Wallauer Straße. Einst gehörten sie der Deutschen Bahn, nun dem Immobilienkonzern Vonovia.

„Politische Instrumente wie die Milieuschutzsatzung oder der Mietspiegel reichen nicht aus, um den Preisanstieg aufzuhalten“, sagt Oli. Denn der Mietspiegel richtet sich nach den Vergleichsmieten. Sobald die Mieten an einem Ort anziehen, steigen sie daher auch allgemein. „Der Milieuschutz greift erst, wenn sich solche Entwicklungen schon vollzogen haben“, berichtet Oli. Beide Instrumente griffen also zu spät und setzten nicht am Ursprung der Entwicklung an: einem Mangel in Bestand und Neubau an günstigem Wohnraum.

Aus der Anlage läuft Lana Del Rey, Kinder werden geschminkt und Transparente und Plakate für die Mietenwahnsinn-Demo entworfen. Geplant ist ein Sternmarsch aus den Vierteln zur Großdemonstration am Hauptbahnhof. „Wir stehen auch in Kontakt mit anderen Initiativen.“

In Rödelheim gibt es die Initiativen „Rödelheim solidarisch“ und „Centro“, in Bockenheim die Initiativen „Wem gehört die ABG?“ und das „Offene Haus der Kulturen“. Auch aus dem Nordend, Bornheim und dem Ostend werden am 20. Oktober Menschen zur Großdemonstration am Hauptbahnhof ziehen. Treffpunkt im Gallus ist an der Warte um 12 Uhr.

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