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Gallus Im Alltag Courage zeigen

Die Falkschule ist ins Netzwerk gegen Rassismus aufgenommen worden und führt jährliche Projekttage ein.

Falkschule
Die Schülersprecher Farah und Joao Pedro präsentieren das neue ?Abzeichen? ihrer Schule. Foto: Peter Jülich

Rassismus fängt oft im Alltag an – auf der Straße, im Berufsleben, aber auch in der Schule. Christopher Reuß, Schülervertreter an der Falkschule im Gallus, kann davon ein Lied singen. Gerade an Schulen mit hohem Migrantenanteil würden viele Jugendliche von alltäglicher Diskriminierung berichten. Deshalb sei es wichtig ein Zeichen zu setzen. Nachdem mehr als 70 Prozent der Schüler und Belegschaft dafür unterschrieben hatten, wird die Schule nun in das bundesweite Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ aufgenommen.

Neben viel Lob hat Reuß aber auch einen Appell an die mehr als 400 Schüler: „Vorreiter gegen Rassismus müssen sich auch in Alltagssituationen einmischen.“ Vor wenigen Wochen sei es in einer seiner Klassen zu einer judenfeindlichen Äußerung gekommen. „In solchen Situationen müsst ihr als Gemeinschaft eingreifen“, fordert Reuß.

Schulleiter Detlef Lack lobt die „wertvolle Arbeit“ der Jugendhilfe. Künftig soll einmal jährlich ein Projekttag gegen Rassismus an der Schule stattfinden, kündigt er an. Hierfür bietet Oliver Fassing von der Bildungsstätte Anne Frank direkte Unterstützung an. Die Einrichtung im Frankfurter Westend tritt als Landeskoordinatorin für das Projekt „Schule ohne Rassismus“ auf. Auch Alexander Schur, ehemaliger Fußballprofi und Trainer der U19 von Eintracht Frankfurt, zeigt sich begeistert. Schur übernimmt die Patenschaft des Projekts.

Schule wird vernachlässigt

So erfreulich der neue Titel als Schule ohne Rassismus auch ist – Schulleiter Detlef Lack plagt ein anderes Problem: „Beim Thema Turnhalle ist weiterhin keine Perspektive in Sicht“, berichtet der 63-Jährige. Die Falkschule hat nämlich keine Turnhalle – seit nunmehr 70 Jahren. Oft falle der Sportunterricht deshalb aus, teils findet er, insofern das Wetter es zulässt, auf dem Pausenhof statt. Ältere Jahrgänge fahren in andere Stadtteile, etwa Bockenheim, wo der Sport in Ausweich-Hallen stattfindet (die FR berichtete). Lacks Hoffnung richtet sich deshalb schon lange auf das benachbarte Areal des ehemaligen Polizeipräsidiums. „Es muss doch möglich sein, dass wir einen kleinen Streifen abbekommen, um endlich eine Halle zu bauen“, fordert der Schulleiter. Von der Stadt erfahre die Schule allerdings kaum etwas; weiterhin herrsche Unklarheit ob der Bau einer Halle überhaupt vorgesehen ist. „Neue Infos erfahren wir nur aus der Presse“, berichtet Lack.

Kooperativer zeigte sich da die Immobilienagentur, die auf dem Areal Messungen durchführte. Deren Vertreter hätten der Schule zugesichert, dass ein Hallenbau problemlos zu integrieren sei. „Der Investor war aber überhaupt nicht über den gewünschten Bau informiert“, sagt Lack. Eine Halle würde neben dem Sportunterricht auch andere Probleme der Falkschule lösen, findet der Rektor. So gibt es im Gebäude beispielsweise keinen Raum für große Veranstaltungen, der Abschlussball findet daher regelmäßig in der benachbarten Matthäuskirche statt. Auch habe die Schule Kooperationsangebote der Eintracht Frankfurt und den Skyliners Frankfurt ablehnen müssen – schlichtweg, weil eine Halle fehlt.

„Die Falkschule ist über 60 Jahre lang vergessen worden“, so Lacks Bilanz. Neben der fehlenden Sporthalle sei die Schule auch mit pädagogischen Kräften unterbesetz. Lack fordert mehr geschultes Personal. Als Schulleiter wird der 63-Jährige den Bau einer Halle nicht mehr miterleben. Anfang 2018 wird der Rektor nach fünf Jahren an der Falkschule in den Ruhestand gehen.

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