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Gallus Eine Perspektive auch für Männer

Im Ausbildungsrestaurant „Startorante“ gab es zu wenige Bewerbungen von Frauen.

Geschäftiges Treiben herrscht in der Küche des „Startorante“ im Hinterhof einer alten Fabrikanlage in der Rebstöcker Straße. Es ist 12 Uhr und das Ausbildungsrestaurant der Faprik, einem Verein, der Jugendlichen berufliche Perspektive verschaffen will, füllt sich langsam. Während ihre Mitschülerinnen Salate, Käsespätzle und Gemüsepfannen zubereiten, serviert die 20-jährige Jiyan Sevilgen im Restaurant. 

„Ich liebe meinen Job hier, wir arbeiten toll im Team zusammen“, sagt sie. 

Bisher konnten hier jährlich 14 junge Frauen zwischen 16 und 27 Ausbildungen zur Köchin, Fachkraft im Gastronomiegewerbe oder Restaurantfachkraft absolvieren. In diesem Jahr wurden zum ersten Mal auch sechs junge Männer eingestellt. „Das liegt daran, dass wir zu wenige Bewerbungen von Frauen erhalten haben“, erklärt Maud Beeskow, Geschäftsführerin der Faprik.

„Wir wollen deshalb nun auch Männern, die keinen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden haben, eine Chance geben.“ 

Natürlich würde sich dadurch das Konzept der Faprik ändern. „Wir haben bisher vor allem Frauen gefördert, da es für sie noch immer schwieriger ist, Arbeit zu finden – vor allem im Gastronomiegewerbe“, sagt Beeskow. Sie hofft, dass die Umstellung nicht dazu führt, dass sich weniger Frauen bewerben. 

Es seien noch immer vier Ausbildungsplätze frei. „Jugendliche können sich noch bis zu Beginn der Herbstferien bewerben“, so Beeskow. 

Jiyan Sevilgen freut sich auf neue Mitschüler: „Wir sind dann zwar keine reine Mädelsclique mehr, aber es wird sicher auch lustig.“ 

Alle Lehrlinge arbeiten an drei Tagen pro Woche im „Startorante“, an den zwei anderen Tagen besuchen sie die Berufsschule. „Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen auch in die Schule gehen und Praktika in anderen Betrieben machen“, erklärt Sozialpädagogin Andrea Klendauer.

So lernten die Auszubildenden auch den realen Arbeitsmarkt kennen. „Trotzdem ist die Produktionsschule mehr als ein normaler Ausbildungsbetrieb“, sagt sie. „Wir betreuen die Jugendlichen bei privaten Fragen und vermitteln Kernkompetenzen wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.“ 

Das „Startorante“ gibt es inzwischen seit neun Jahren. Die Erfolgsquote spräche für das Konzept, findet Geschäftsführerin Beeskow. „Eigentlich fällt keiner unser Auszubildenden durch die zentrale Prüfung“, sagt sie zufrieden.     

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