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Frauensfriedenskirche in Frankfurt-Bockenheim Boden der Kirche bewegt sich

Der Boden bewegt sich, Risse sind entstanden - die Frauensfriedenskirche in der Zeppelinallee in Frankfurt-Bockenheim muss saniert werden. Im April sollen die Arbeiten beginnen.

In der Frauenfriedenskirche, Zeppelinallee 101, informierte sich Minister Boris Rhein über den maroden Zustand und überreichte einen Scheck über 150000 Euro für die Sanierungsarbeiten. Foto: Christoph Boeckheler

Die große Maria am Eingang, das auffällig bunte Mosaik: Die Frauenfriedenskirche in der Zeppelinallee ist nicht zu übersehen. Doch der künstlerische Bau geht auf die neunzig Jahre zu und kann sein Alter nicht verstecken. Eines der Probleme: Der Boden bewegt sich. Gleich hinter dem Altar ist dadurch ein Riss im Gemäuer entstanden. Und das nicht nur dort.

Ab April soll deutlich verzögert die erste Bauphase der Renovierungsarbeiten beginnen. Ursprünglich sollten die Arbeiten im Mai 2017 losgehen. „Das ist ein komplexes Unterfangen“, sagt Pfarrsekretärin Kerstin Stoffels. „Wir brauchten Genehmigungen und mussten auch den Denkmalschutz beachten.“ Außerdem hätten die Restauratoren immer wieder unvorhergesehene Entdeckungen gemacht.

Ein Problem war auch die Ausschreibung für eine Baufirma, wie Franziska Baumgartl berichtet. Sie ist im Bauausschuss der Gemeinde. Transparenz sei sehr wichtig. Bei der ersten Ausschreibung hätte sich jedoch nur eine Baufirma gemeldet. Deshalb habe man das Verfahren wiederholt und eine Firma gefunden.

Nun wurden bereits vorbereitende Maßnahmen getroffen, um pünktlich beginnen zu können. Der Planungsring Ressel ist maßgeblich beteiligt. Als erstes wird das Fundament der hellen und runden Taufkapelle befestigt. Hierbei wird ein Düsenstrahlverfahren genutzt: Ein Bohrer gräbt sich von außen unter das Gebäude, anschließend wird Beton eingespritzt. Später wird auch der Boden innerhalb der Kirche erneuert. Die Bewegungen haben auch ihm deutlich zugesetzt.

Am gestrigen Freitag war der Hessische Minister für Wissenschaft und Kunst, Boris Rhein, zu Gast. Mit dabei hatte er eine finanzielle Unterstützung des Landes: 150 000 Euro. „Hier ist Euro für Euro gut angelegt. Das ist eine herausragende Kirche“, lobte der Minister. Kerstin Stoffels führte ihn durch die Kirche. Die hat einige geschichtliche und künstlerische Besonderheiten zu bieten. Sie ist die einzige Kirche im deutschsprachigen Raum, die durch katholische Frauenverbände initiiert wurde – zum Gedenken der Gefallenen des Ersten Weltkrieges.

„Die Kirche wurde als künstlerisches Gesamtkonzept entwickelt“, sagt Stoffels. Im Inneren bedeutete das viel Farbe, was das große Mosaik hinter dem Altar erahnen lässt. Diesen ursprünglichen Zustand, der durch Kriegsschäden zerstört wurde, soll die Sanierung wiederherstellen. Außerdem ist ein neues Konzept des Altars geplant. Der Pfarrer soll inmitten der Gläubigen stehen. Der goldene Altar hat dann eine auffällige abgerundete Form. Auch eine neue Beleuchtung soll die Atmosphäre verbessern.

Mit den Fördermitteln des Landes ist jedoch nur ein kleiner Teil der Sanierungskosten gedeckt. Den Großteil davon trägt das Bistum Limburg. 2,3 Millionen Euro sind laut Tilmann Staudt, Bauamtsleiter des Bistums Limburg, eingeplant. Im Idealfall komme das Bistum für 1,8 Millionen und das Land für 300 000 Euro auf. Zusätzlich sollen rund 200 000 Euro aus der Kirchengemeinde akquiriert werden. Hierfür sammelt der Freundeskreis Frauenfrieden.

Bauamtsleiter Tillmann Staudt rechnet damit, dass die Kosten gegebenenfalls noch steigen könnten, da bei einem solchen Bau immer wieder Unvorhergesehenes passiere. „Das Bistum kann solche Kosten weitestgehend übernehmen“, sagt er. Trotzdem weist er auf die wichtige Unterstützung durch den Freundeskreis hin. Die Kosten sind bereits gestiegen. Anfang 2017 rechnete man noch mit Kosten zwischen 1,5 und 1,8 Millionen Euro.

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