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Frankfurt Wie das Freibad in Hausen entstand

Der Stadtteil Hausen ist geprägt von der Nidda. Ein Seitenarm des Flusses war früher das Freibad.

Anschwimmen im Freibad Hausen
Anbaden zur Freibadsaisoneröffnung im Freibad Hausen. Die Buben haben sich seit Wochen auf diesen Tag gefreut, berichten die Väter. Foto: ROLF OESER (Rolf Oeser)

Bis heute hat Hausen in seinem Ortskern rund um die evangelische Kirche seinen dörflichen Charakter bewahrt. Vor allem die Nidda hat die Entwicklung des Stadtteils entscheidend geprägt. Die Wasserkraft des Flusses war eine wichtige Energiequelle, die man sich mit Hilfe von Mühlen nutzbar machte. In Hausen existiert mindestens seit dem Jahr 1428 eine Mühle. Bis heute wird Hausen gerne als das „Mühlendorf“ tituliert. Aber von diesem einst bemerkenswertem Erbe, das über Jahrhunderte den Stadtteil geprägt hat, ist quasi nichts geblieben.

Etwa an der Stelle, wo der bis 2013 vom Max-Planck-Institut für Europäische Rechtsgeschichte genutzte Gebäudekomplex steht, müssen sich die für Frankfurt so bedeutungsvollen Mühlen befunden haben. Aber die Nidda-Regulierung hat die Landschaft sehr verändert. Der Mühlenbann zwang einst die Landwirte aus der westlichen Frankfurter Landmark, ihr Getreide in Hausen mahlen zu lassen. Im Zuge der Industrialisierung verloren Wassermühlen jedoch zusehends an Relevanz. Stattdessen entstanden technisch besser ausgestattete Anlangen. In Hausen kam 1868 zu der Mühle eine Großbäckerei hinzu. Zwar produzierte die „Brotfabrik“ – das heutige Musik- und Kulturzentrum – noch bis Ende 1972 Backwaren. Doch die Mühle soll schon Ende des 19. Jahrhunderts ihren Betrieb eingestellt haben.

Eine weitere Frankfurter Institution hat der Nidda ihre Entstehung zu verdanken: das Hausener Freibad. Das wilde Baden in der Nidda hatte über Jahrhunderte Tradition.

Das sollte allerdings reglementiert werden. 1885 genehmigte der Hausener Schultheiß Johann Michael Wüst, in der Niddabadeanstalt Hausen Schwimmen zu unterrichten – der Vorläufer des heutigen Freibads. Nach der Winterpause ist das „Hausener“ deutschlandweit das erste Freibad, das seine Pforten öffnet, zwar mittlerweile nicht mehr an Karfreitag, sondern am 1. April.

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