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Frankfurt-Westend Baumfäll-Arbeiten in der Myliusstraße begründet

Der Ausbau einer Villa im Frankfurter Westend wird von den Nachbarn argwöhnisch beäugt. Nun haben die Besitzer ihr Vorgehen erläutert.

Westend
Hände weg von den Bäumen – zu spät. Foto: Elke Janning

Dass vor der Haushälfte in der Myliusstraße 34 sowie im dahinter befindlichen Garten, der zur Wiesenau liegt, im März dieses Jahres Bäume gefällt wurden, löste bei den Mitgliedern der Aktionsgemeinschaft Westend (AGW) große Empörung aus. Seit zehn Jahren hätten sie das denkmalgeschützte Grundstück sowie das Haus bereits in Beobachtung, erklärte Hilde Hess von der AGW am Montag in der Sitzung des Ortsbeirats 2.

Die Mitglieder der Familie Schambach-Stiftung, die Privatbesitzer des Grundstücks und des Gebäudes ist, präsentierten Details zum Bauvorhaben. Vier Mietwohnungen sollen im kulturdenkmalgeschützten Altbau der Myliusstraße 34 entstehen. Zwölf weitere Mietwohnungen kommen durch einen Neubau dazu. Die Mietpreise sollen bei etwa 20 Euro pro Quadratmeter liegen, erklärte Gerrit Ponath, Vorsitzender der Familie Schambach-Stiftung. Geförderte Sozialwohnungen werden nicht entstehen. Die Erlöse sollen für Stiftungszwecke eingesetzt werden und der Palliativmedizin sowie palliativen Einrichtungen zugutekommen.

Im Oktober 2016 habe es seitens der Linken im Ortsbeirat 2 einen Antrag gegeben, Gebäude, Garten und Bäume der Myliusstraße und Wiesenau zu erhalten, erklärte Hilde Hess. Dieser Antrag sei zwar nicht beschlossen worden, trotzdem seien Mitglieder der AGW und Anwohner des Westends über die Baumfällungen empört: „Wir wurden einfach vor vollendete Tatsachen gestellt. Das ist die alte Villa Dondorf, diese hat Geschichte“, so Hess. Dass Bäume weichen mussten, habe gute Gründe, erklärte Ponath am Montag. Die Wurzeln der Linde im Vorgarten hätten den Kellerbereich des denkmalgeschützten Hauses angegriffen.

Volker Rothenburger von der Unteren Naturschutzbehörde bestätigte auf Anfrage, der Keller des Hauses sei durch die Wurzeln der Linde feucht und rissig gewesen. Baumfällungen seien daher zuerst abgesagt, dann genehmigt worden. Ein anderer Baum sei von Pilz befallen gewesen, erklärte Ponath den Anwesenden. Das Bauvorhaben sei durch das Abwägen von Natur- und Denkmalschutz geprägt.

Die Villa in der Myliusstraße 34 stehe nicht nur unter Denkmal-, sondern sogar unter Kulturdenkmalschutz, erklärte Ponath. Aus diesem Grund gälten für das Bauvorhaben besonders strenge Auflagen, so der Stiftungsvorsitzende. Die Pergola des Hauses bleibe bestehen. Auf die Frage eines Besuchers, warum die Myliusstraße 34 nicht im gleichen Stile restauriert wird, wie die andere Gebäudehälfte in der Myliusstraße 32, erklärte er: „Das hätten wir gern gemacht, aber das wurde uns vom Denkmalschutz untersagt.“ Der Grundriss der Tiefgarage passe sich an die Wurzeln erhaltenswerter Bäume an, dadurch falle die Garage kleiner aus. „Die Untere Naturschutzbehörde tut alles, um Bäume zu schützen. Für jeden der neun gefällten Bäume wird ein neuer gepflanzt“, so Ponath.

Auch der bevorstehende Baustellenlärm sorgte für Diskussionsstoff bei den Anwesenden. Um die Belastungen für Anwohner so gering wie möglich zu halten, soll eine bis zu zehn Meter hohe Lärmschutzwand um das Baufeld entstehen. Durch regelmäßige Messungen werde die Einhaltung der Lautstärke geprüft, versprach Ponath. Die zur Myliusstraße gelegenen Baumaßnahmen sollten Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für das Wiesenau-Gebiet sei ein Abschluss bis Mai 2020 vorgesehen. Ponath erklärte: „Wir haben zwei Machbarkeitsstudien durchführen lassen. Die geplante Sanierung und Bebauung ist für die Zwecke der Stiftung am sinnvollsten. Grundstück und Gebäude brachliegen zu lassen, ist keine Alternative.“

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