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Frankfurt-Rödelheim Hinhören, beraten und vermitteln

Die Sozialarbeiter des Jugendladens der AWO kümmern sich um Jugendliche im Stadtteil. Die FR hat die Einrichtung in Alt-Rödelheim getestet.

Bernhard Frenzel und Vanessa Schunter
Stehen Jugendlichen beratend zur Seite: Bernhard Frenzel und Vanessa Schunter vom Jugendladen in Alt-Rödelheim. Foto: Rolf Oeser

Am Rödelheimer Bahnhof, in der Radilostraße oder im Solms- und Brentanopark sind Bernhard Frenzel und Vanessa Schunter öfters tagsüber anzutreffen. Denn die „Aufsuchende Jugendarbeit“ ist eine zentraler Aufgabe der beiden Sozialarbeiter vom Jugendladen der Arbeiterwohlfahrt in Alt-Rödelheim. „Wir suchen den Kontakt, gehen raus, sprechen mit den Jugendlichen“, sagt Bernhard Frenzel.

Auch in die Wettbüros und Spielsalons schauen sie regelmäßig nach, ob sich dort Jugendliche aufhalten. „Die Betreiber reagieren darauf sehr konstruktiv, begrüßen, dass wir Präsenz zeigen“, sagt der 49-Jährige: „Im Vergleich zu früher hat sich die Situation deutlich verbessert und ist überschaubar geworden.“

In der Vergangenheit sei es häufiger vorkommen, dass sich Jugendliche in den Spielhallen getroffen haben. „Es ging ihnen vor allem um das gemeinschaftliche Erlebnis und Hobby“, sagt Frenzel. Offenbar haben die diversen Aufklärungsaktionen in Kooperation mit dem benachbarten Sport-Jugendhaus Früchte getragen. So war die Bockenheimer Schuldenberatungsstelle mehrmals zu Gast, um über Glücksspielsucht zu informieren, sagt Vanessa Schunter: „Im Moment ist das weniger ein Thema.“

Aktuell zeichnet sich ein anderes Problem ab, dem der Jugendladen mit den anderen Mitgliedern des Arbeitskreises Kinder und Jugendliche in Rödelheim frühzeitig begegnen will. So sei ihnen berichtet worden, dass Jugendliche aus Ginnheim vor der Michael-Ende-Schule mit Gras dealten. Gemeinsam mit der Kinder- und Jugendeinrichtung „RaUM“ und der Schule seien Frenzel und Schunter vor Ort gewesen und haben Kontakt mit dem Jugendhaus in Ginnheim aufgenommen, um mit den Jugendlichen über das Dealen und Drogenkonsum zu sprechen.

Die Zusammenarbeit mit der Michael-Ende-Schule sei ein wichtiges Element in der Arbeit des Jugendladens. Frenzel und Schunter möchten die Hauptschüler frühzeitig auf das Thema Ausbildung vorbereiten und motivieren – vor allem, um ein Abbrechen der Schullaufbahn zu vermeiden. „Daher bieten wir ab der achten Klasse eine gezielte Berufsberatung an“, sagt Frenzel. Um herauszufinden, welcher Ausbildungsberuf in Frage kommen, möchten die Sozialarbeiter checken, wo die Stärken und Interessen jedes Schülers liegen.

Die beiden Sozialarbeiter vermitteln etwa mit Hilfe ihres Netzwerks Praktika, unterstützen beim Schreiben von Bewerbungen und trainieren in Rollenspielen Vorstellungsgespräche. Während des Praktikums besuchen sie die Schüler in den Betrieben. Die engmaschige Begleitung lohne sich, um die Jugendlichen in Ausbildung zu bringen.

Hinhören, beraten, vermitteln, für die jungen Leuten da sein: Das gehört zum Selbstverständnis in der Arbeit von Bernhard Frenzel und Vanessa Schunter. Sie beraten bei Problemen mit den Behörden und bei Fragen zum Übergang von Schule zu Beruf. Sie sind da, wenn die Jugendlichen Ärger zuhause haben, unterstützen aber auch Eltern, die nicht mehr weiter wissen.

Stolz ist Frenzel über die Entwicklung eines jungen Mannes, den er seit Jahren kennt und berät. „Mit seiner Familie verbindet uns eine lange Geschichte. Hier gab es immer wieder Probleme. Im engen Kontakt mit ihm ist es uns gelungen, dass er nach der Hauptschule aufs Gymnasium gewechselt ist.“ Jedes stünde er vorm Abitur und wolle studieren.

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