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Frankfurt-Nordend Frankfurts Nachwuchs zeigt sich kreativ

Bei der Kinderkulturwoche im Günthersburgpark wird getanzt, gebastelt und gesungen.

Kinderkulturwoche  in Frankfurt
„You are the world“ lautet das Motto des Kinderschutzbundes Frankfurt. Foto: Michael Schick

Im Orangeriegarten am Günthersburgpark sind Aliens gelandet. Mit Aluhüten auf dem Kopf schauen sie sich verwirrt auf dem Rasen um, aus ihren Mündern erklingen seltsame Laute. Zwei der vermeintlichen Aliens sind die Freundinnen Julia und Yousur, beide acht Jahre alt. „Das ist besser als Schule, hier haben wir keine Hausaufgaben“, sagt Julia. Die Rollen haben sie für den Filmworkshop der Kinderkulturwoche übernommen, in dem sie zusammen mit anderen Kindern mit der Künstlerin Miriam Kiel einen Film drehen. 

Der Kinderschutzbund (KSB) Frankfurt organisiert die Kinderkulturwoche mittlerweile zum siebten Mal. In fünf verschiedenen Workshops können sich Kinder austoben – Musik, Theater, Tanz, Holz und Film. „In der Woche wollen wir Kinder aller Altersstufen möglichst niedrigschwellig an Kultur heranführen“, sagt Stefan Weiß, Projektleiter der Orangerie. In diesem Jahr sind Schülerinnen und Schüler von der zweiten bis zur siebten Klasse dabei.

Diese bunte Mischung ist auch beim Tanzkurs mit dem Frankfurter Duo „Baby Shoo“ sichtbar. Auf einer kleinen Bühne hinter der Orangerie tanzen Shoo und Aylin Hip-Hop vor, 20 Kinder choreographieren selbstbewusst mit. Gerade dröhnt „Cola, Fanta, Chips“, aus den Boxen – zumindest haben die Kinder den Text so verstanden und das Lied kurzerhand umgedichtet. 

In der Orangeriehalle sind die Theater-Kinder derweil nicht weniger kreativ. Nerio gilt sonst als Klassenstreber, jetzt spielt er einen Piloten. Vor ihm auf dem Boden haben sich die Kinder wie in einem Flugzeug aufgereiht. „Gut, dass wir nicht abgestürzt sind“, sagt eine Passagierin zu ihm. In ihrem selbst ausgedachten Stück reisen die Darstellerinnen und Darsteller durch die Zeit. 

Ein Stockwerk tiefer hämmern, sägen und basteln die Kinder. Neben Hampelmännern und bunten Schildern fertigen sie im Keller einen riesigen Orangerie-Schriftzug aus Holz, der später außen am Gebäude hängen soll. „Damit wollen wir ein sichtbares Zeichen setzen“, sagt Stefan Schäfer, Geschäftsführer des KSB Frankfurt. Er hat die Kinderkulturwoche 2012 initiiert, um offensiv für Kinderrechte zu werben. „Nach der Woche erhalten wir immer positives Feedback von Eltern und Lehrenden“, sagt Stefan Weiß. Weil die Kinder von sich aus kreativ tätig seien, entwickele sich eine tolle Stimmung, die bis in das Schuljahr anhalte. 

 Heute um 11 Uhr präsentieren die Teilnehmenden ihre Workshops vor Eltern und Kindern aus Parallelklassen. Dazu singen die Kinder gemeinsam. Cellistin Cornelia Walther hat den Michael-Jackson-Song „We are the world“ zu „Gemeinsam sind wir stark“ umgedichtet. Für ihren Musikworkshop hat sich nur ein Mädchen eingetragen, Khadija. Der Rest des Kurses ist männlich. Sie hat einen Solopart. Jakub begleitet mit Boom-Sticks, einer Art Trommelstock. Beim Abschluss sollen dann die Kinder aller Workshops im Refrain mitsingen – vielleicht auch die Aliens. 

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