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Frankfurt-Nied „Nied ist nicht rechtsradikal“

Viele Menschen in Frankfurt-Nied fühlen sich abgehängt. Die SPD will in einer Umfrage wissen, woran das liegt.

Frankfurt Nied
Auch in der Eisenbahnersiedlung haben viele Menschen die AfD gewählt. Foto: Christoph Boeckheler

Milkica Romic ist kein deutscher Name. Bei einer Wahl würde niemand von strammrechter Gesinnung bei Romic ein Kreuz machen. Selbst wenn die Nieder die SPD-Frau und Stadtverordnete einfach Milli rufen. Und doch, sie hat es beim Zählen der Stimmen zur Kommunalwahl selbst gesehen. So mancher hat seine Zweitstimme der rechtspopulistischen AfD gegeben und Milkica Romic die Erststimme. Verrückt.

Vielleicht auch nicht verrückt. „Die Menschen in Nied sind nicht rechtsradikal“, sagt Romic. Zumindest nicht schlimmer als anderswo. Das zieht die SPD als Fazit aus ihrer Umfrage aus dem Dezember. Die Nieder fühlen sich abgehängt, von der Politik vernachlässigt. Deswegen die vielen Stimmen für die AfD. 14,2 Prozent der Nieder haben den Rechtspopulisten ihre Stimme bei der Bundestagswahl gegeben, der Frankfurtschnitt liegt bei 8,6 Prozent.

Etwas geringere Wahlbeteiligung

Noch etwas ist der SPD aufgefallen: Die Wahlbeteiligung lag in Frankfurt bei 76,2 Prozent. In Nied bei 68,7 Prozent. Die Vergessenen machen sich keine Hoffnung, dass ihr Kreuzchen etwas ändert. Das soll aber nicht so bleiben, findet die SPD. In zwei in ihrer Struktur unterschiedlichen Bezirken hat die Partei mittels Fragebogen nachgefragt, wo der Schuh drückt. In Nied-Süd, Plattenbau, hoher Ausländeranteil. Und in der Eisenbahnersiedlung, eher mittelständisch geprägt.

Von den knapp 2000 Fragebögen sind immerhin 119 zurück gekommen. Und: Die Ansichten der Bürger in den beiden Bezirken unterscheiden sich kaum. Die Nieder sind mit der Parkplatzsituation unzufrieden, die Stadt sollte ein Parkhaus bauen, schreiben sie, oder wenigstens Anwohnerparken einführen. Die Stadt sollte auch die vielen Autowracks an der Auto-Hobby-Werkstatt beseitigen.

Nied sollte aufgewertet werden

Ansonsten stört die Menschen der herumliegende Müll, Sperrmüll, die Umgestaltung der Straße Alt-Nied beschäftigt sie, seit Jahren versprochen, stets verschoben. Sie wünschen sich gepflegtere Grünanlage, weniger Hundehaufen, eine weiterführende Schule, bessere Ausstattung der vorhandenen Schulen, Bänke an der Wörthspitze, schönere Fassaden und überhaupt sollte die Stadt Nied aufwerten. Die SPD will nun Foren zu den Themen anbieten. Das erste am 2. März mit dem Titel. „Was bewegt Nied?“

Die Partei will auch den kurzen Dienstweg nutzen und SPD-Dezernenten bewegen, nach Nied zu kommen. Klaus Oesterling soll Verkehrsthemen besprechen, Chefplaner Mike Josef zum Stand des Programms Soziale Stadt sprechen, Sylvia Weber zur Schule.

Über den Ortsbeirat will die SPD die Themen Bänke an der Nidda, Kotbeutel. Sauberkeit der Grünanlagen angehen. Und dann ist da noch die diffuse Angst vor Ausländern. Es gibt sie nämlich doch, zumindest ein bisschen, auch darum punktet die AfD. Ganz explizit hat die SPD im Fragebogen nachgefragt. Stören die Ausländer oder nicht? Ganz explizite Antworten sind zurück gekommen. Immerhin keine Hasszuschriften, sagt Romic. Doch gebe es ein gewisses Unbehagen am Fremden.

Die SPD will auch daran arbeiten. Klischees entkräften, Vorurteile überkommen. Den Austausch forcieren, etwa über das Programm Soziale Stadt. Kommendes Jahr will die SPD statt eines Sommerfests ein Fest der Kulturen veranstalten. Denn fremd sind nur die Fremden.

Ideen für Nied nimmt die SPD gerne entgegen, unter Telefon 34876732 oder E-Mail info@spd-nied.de

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