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Frankfurt-Nied Freudig bimmelt die Glocke

Der Vereinsring feiert Weihnachtsmarkt in der Eisenbahnersiedlung. Statt eines Karussells dreht ein Zug seine Runden.

35. Weihnachtsmarkt
Auf dem Weihnachtsmarkt am Neumarkt in Nied dreht die Kindereisenbahn ihre Runden. Foto: Michael Schick

Die Glocke tönt am Samstagabend fast unaufhörlich über den Neumarkt in der Eisenbahnersiedlung. Passend zum Ort dreht beim Nieder Weihnachtsmarkt eine elektrische Kindereisenbahn ihre Runden. Eine Glocke auf der Lok, die die Kinder selbst läuten können, gehört auch dazu. Der Zug mit zwei offenen Anhängern ist stets voll besetzt.

Einen der begehrten Sitzplätze mit Glocke in der ersten Reihe hat der fünfjährige Carlos ergattert. Mit einem Luftsprung zeigt er hinterher seine Freude über seine Rundfahrt. Neben seinem ein Jahr jüngeren Bruder Luis, der noch nicht mit auf den Zug springen wollte, hat Carlos Eltern und Großeltern mitgebracht.

Seit drei Jahren wohnt die Familie im Quartier und seitdem kommt sie jedes Jahr auf den Weihnachtsmarkt, sagt Vater Florian Brückmann. „Überschaubar“, findet er den Markt, der vom örtlichen Vereinsring veranstaltet wird und zum 35. Mal stattfindet. An Samstagen sei das Äquivalent in der Innenstadt viel zu überfüllt.

„Immer wieder treffen wir hier bekannte Gesichter“, ergänzt seine Frau Melanie Esteban. Abgesehen von der Bummelbahn hätten sie in diesem Jahr noch nicht viel gesehen.

Dabei gibt es auf dem Neumarkt, der von denkmalgeschützten, ockerfarbenen Mietshäusern aus der Zeit ab 1918 eingerahmt ist, viele Stände abzuklappern. Vereine, wie die Sportgemeinschaft Nied, die Kölsch vom Fass anbietet, sind vertreten, Kindereinrichtungen und die Freiwillige Feuerwehr.

Fotos für Weihnachtskarten

Bei der Stadtmission der Evangelischen Gemeinde können sich Besucher für Weihnachtskarten fotografieren lassen und hölzerne Sterne zur Dekoration aussägen. Am Stand des deutsch-pakistanischen Kulturvereins PakBann liegen Hähnchenspieße und Rinderfrikadellen auf dem Grill. Der Sozialverband VdK verkauft Chili con Carne aus einer Gulaschkanone, die mit Holz befeuert wird.

An allen Ständen, hängen Schilder, auf denen zu lesen ist, wohin der Verkaufserlös fließt. Der VdK möchte „Projekte für Ältere und Behinderte“ mit seinen Einnahmen finanzieren. „Die Zugvögel“, ein Kinderhort, wollen das eingenommene Geld für einen Ausflug im Sommer nutzen. Verkauft werden Plätzchen und Marmeladen, die die Kinder mit ihren Betreuern gebacken und eingekocht haben.

Die meisten Besucher tummeln sich an den Essens- und Getränkeständen, stehen in Grüppchen zusammen und plaudern. Bei den kühlen Temperaturen sind sie dick eingepackt. Einige wärmen ihre Hände an Bechern mit dampfenden Getränken. Ein Thema, das viele diskutieren, sind die Autos, die Unholde in der Nacht zum vergangenen Mittwoch mutmaßlich in Brand gesteckt haben. Die Straße Am Selzerbrunnen liegt nur wenige hundert Meter vom Neumarkt entfernt.

Acht Karossen brannten. „Ich finde das erschreckend“, sagt Marita Schäfer. „Eigentlich ist unser Stadtteil ruhig, was die Kriminalität angeht“, ergänzt Angelika Habbé. Ein anderer Besucher sagt: „Man läuft ein bisschen aufmerksamer durch die Gegend“. Er sei froh, dass kein Haus gebrannt habe und er frage sich, wer die Brände gelegt haben könnte.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Weihnachtsmarkt in Frankfurt

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