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Frankfurt-Bockenheim Neues Gymnasium eröffnet

Das Gymnasium Römerhof ist im Frankfurter Stadtteil Bockenheim eröffnet worden. 140 Schüler werden die neue Schule besuchen. Es ist die siebte Schulneugründung seit 2015.

Gymnasium Römerhof
In Containern und mit 140 Schülern eröffnet das Gymnasium Römerhof in Bockenheim. Foto: Peter Jülich

Gleich am Anfang sammelt die Schule Pluspunkte. Bei Eltern und Schülern, die einen Platz am neuen Gymnasium Römerhof haben wollten – und auch bei denen, die zugewiesen wurden. Denn wer dachte, dass eine Einschulungsfeier bei mehr als 30 Grad im Container eine schweißtreibende Angelegenheit sein würde, der war überrascht: Die Räume sind klimatisiert. „Ich hab ja das Schlimmste über Container gehört“, sagt Vater Ulf Mehler. „Aber das mit der Klimaanlage ist mehr als gut.“ Und Mutter Katharina Marschas empfindet die Klimaanlage als „großen Luxus“.

Am Dienstagmorgen begann erstmals der Unterricht im Gymnasium Römerhof. Ganz weit draußen in Bockenheim liegt es, zwischen TÜV und Bowlingcenter. Nicht mal ein Jahr war Zeit gewesen, um die Schule aufzubauen. „Eine sportliche Veranstaltung“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) bei der Einschulungsfeier. Aber alles klappte. Container konnten vom Riedberg nach Bockenheim gekarrt werden, weil die Neuen Gymnasiale Oberstufe im Frühjahr dort ausgezogen war. Es ist die siebte Schule, die seit 2015 in Frankfurt eröffnet. Am Mittag ging zudem die achte Schule, die IGS 15 in Unterliederbach an den Start.

Spanisch als erste Fremdsprache

In rosafarbenen Satinkleidern, violetten Tüllröckchen, schneeweißen Hemden sitzen die neuen Fünftklässler aufgeregt bei ihrer Einschulungsfeier. 140 Kinder wechseln auf das neue Gymnasium in die fünfte Klasse. Die Eltern will Weber ermutigen, sich beim Aufbau einzubringen: Die Schule könnten sie nach ihren Wünschen gestalten. „Sie sind die Pioniere“, sagt Weber. Auch die Leiterin der Planungsgruppe Judith Prager sagt: „Für nicht alle war diese Schule die erste Wahl – aber geben Sie dem Kollegium eine Chance. Sie können sicher sein, wir werden Sie nicht enttäuschen.“

Enttäuscht war Katharina Marschas Anfang Juni. Als sie die Zuweisung zum Gymnasium Römerhof aus dem Briefkasten fischte. „Ich hab drei Tage erst einmal nur geweint“, sagt sie. Eigentlich sollte Sohn Moritz aufs Elisabethengymnasium gehen. Gemeinsam mit den Freunden. In der Nähe. Das war der Wunsch der Familie aus dem Nordend. „Jetzt braucht er eine Stunde mit dem Bus zur Schule“, sagt Marschas. „Ich hatte noch nie einen Arbeitsweg, der so lang war.“

Deswegen hat sie zunächst alles drangesetzt, eine andere Schule zu finden. Nichts klappte. Aber das Profil der neuen Schule gefiel durchaus. Spanisch als erste Fremdsprache war ohnehin ein Wunsch gewesen. „Das Problem ist der Weg“, sagt Vater Michael Marschas. Dass die Stadt auch Schulbuslinien einrichtet, hört er bei der Einschulung zum ersten Mal. „Das wäre vielleicht eine Möglichkeit“, sagt er. Die Eltern wollen nun abwarten. „Vielleicht gefällt es Moritz ja hier.“ Er ist mit 18 Kindern in einer Klasse, „das ist ja fast wie Privatunterricht“, sagt Katharina Marschas.

Richtig zufrieden ist Ulf Mehler. Seine Tochter fährt aus Nied 15 Minuten mit dem Rad zur Schule. Die Eröffnung der neuen Schule sei gut für Nied, da gebe es rundherum kein Gymnasium. Auch für die Macris aus Sossenheim war der Römerhof erste Wahl. Sie hätten Lust „auf Pionierarbeit“, sagt Rick Macri. „So eine Chance gibt es nicht oft.“

Schwiegermutter Ursula Will gewinnt neuen Schulen viel Positives ab. „Das Kollegium entwickelt neue Ideen, über die man sich an alten Schulen keine Gedanken mehr macht.“ Und Tanja Macri hat das Profil gefallen. „Es ist moderner als an anderen Schulen.“ Mit Spanisch, einem historisch-kulturellen Schwerpunkt sowie sprachsensiblem Fachunterricht.

Die Container werden nicht für immer bleiben. Nur wenige Meter entfernt soll mal ein Neubau entstehen. Noch liegen dort Tennisplätze brach, bis der Neubau steht, werden noch Jahre vergehen. Die Schüler finden ihre Schule aber vom ersten Moment an gut. „In der Grundschule hab ich Autos gesehen, wenn ich aus dem Fenster geschaut habe“, sagt Hamza. „Jetzt sehe ich Bäume und Felder.“ Und Timo freut sich, „weil wir immer die Ältesten sein werden“. Auch Moritz kommt begeistert aus dem Unterricht. „Die Kinder sind nett, die Lehrer sind nett – ich will hier bleiben.“ Damit ist für die Marschas klar. „Wir versuchen es am Römerhof-Gymnasium“, sagt der Vater. Nun muss der Schulweg geübt werden.

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