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Falkschule im Gallus Protest für eine eigene Turnhalle

Schüler der Falkschule wollen endlich eine eigene Turnhalle und zeigen im Galluszentrum selbst gestaltete Plakate.

Der Film über die Turnhalle, die die Schüler vermissen. Foto: Christoph Boeckheler

Vielfältig verliehen die Falkschüler ihrem Protest Ausdruck, weil ihre Schule seit Jahrzehnten keine eigene Turnhalle hat. Im Galluszentrum zeigten sie am Dienstagabend ihre selbst gestalteten Plakate sowie einen Kurzfilm, den Kinder und Jugendliche mit Sozialarbeitern der Schule gedreht hatten.

Die Klasse 8c der Realschule in der Ludwigstraße, nahe der Messe, war durchs Viertel gestreift und hatte Motive zum Thema gesucht. Auf einem Foto steht ein Mädchen vor einer Baustelle im Quartier, an deren Bauzaun ein Banner mit der Aufschrift „Wir bauen die Zukunft in über 100 Jahren“ hängt. Die Schülerin, die auf dem Foto zu sehen ist, sagt: „Viel wird im Gallus gebaut, aber unsere Turnhalle nicht.“ Seit 70 Jahren wartet die Falkschule auf eine eigene Halle. 

Auf einem anderen Foto hat sich ein Junge über das Fußballtor eines Bolzplatzes gehängt. Darüber steht geschrieben: „Kein Sport ist Mord“. In den Osterferien hat eine zehnköpfige Schülergruppe einen Trickfilm gedreht, in dem sie ihre Zeitnot zwischen den Schulstunden auf dem Weg zur Sporthalle der Rebstockschule humorvoll darstellt. Für den Schulsport müssen die Schüler in andere Sporthallen ausweichen. Den Weg dorthin müssten sie alleine – ohne Aufsichtsperson – zurücklegen, berichtet ein Schüler im Epilog des Films.

Mit Schere und Papier haben die Mädchen und Jungen gearbeitet und aufwendig Figuren sowie Kulissen gemalt und ausgeschnitten. Der etwa vierminütige Film zeigt, wie die Schüler den sprechenden Fahrkartenautomaten bezirzen und Komplimente machen müssen, damit er ihnen Fahrscheine ausspuckt.

Die zwölfjährige Bana, die beim Filmprojekt dabei war, sagt: „Wir müssen jedes Jahr in eine andere Turnhalle“. Das sei ein großer Aufwand. Wegen eines Wasserschadens in der Rebstockschul-Turnhalle sei der Sportunterricht ein halbes Jahr lang ausgefallen.
Alternativ werde der Pausenhof bei gutem Wetter für Sportstunden genutzt. Der Hof sei aber klein, berichtet ein Mädchen. „Da kann man keinen großartigen Sport machen“.

Eine Mutter im Publikum fragt: „Wie sieht es denn in der Zukunft aus?“ Bana entgegnet, 2022 solle mit dem Bau einer Turnhalle, begonnen werden. Im Gespräch ist das Gelände des früheren Polizeipräsidiums. Doch erst vier Jahre später wäre die Halle dann fertig. Banas Klassenkameradin Zahra sagt: „Da sind wir längst draußen.“

Nicolò Ferraro, Schulsozialarbeiter vom Internationalen Familienzentrum, der mit den Schülern die Aktionen geplant hat, sagt: „Es ist noch nichts konkret“. Und weiter: „Ich bezweifle, ob selbst die Fünftklässler, die nach den Sommerferien anfangen, eine Turnhalle haben werden“. Er wünsche sich weitere Projekte, die das Thema aufgreifen. Ko-Rektorin Brechna Helmand berichtet: „Wir sind immer noch im Ungewissen. Wir freuen uns, dass die Schüler auf ihre Situation aufmerksam machen“. Vor einem Jahr hatte das Bildungsdezernat auf FR-Anfrage in Aussicht gestellt, die Errichtung einer „provisorischen Turnhalle“ zu prüfen. Passiert ist bislang noch nichts.

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