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Comic Düstere Bilder vom Bahnhofsviertel

Ein Comic über das Bahnhofsviertel entsteht. Es sind düstere Szenen, die die beiden Autoren Daniel Hartlaub (Zeichnungen) und Michael Götz (Texte) zu Papier bringen.

Bahnhofsviertel
Über das Bahnhofsviertel soll es bald auch einen Comic geben. Foto: Rolf Oeser

Der Deckenventilator läuft auf Hochtouren, aus einer Box dudelt türkische Musik, hoch oben an der Wand hängt ein Eintracht-Schal. Wer sich seinen Weg durch den Kunstkiosk Yok Yok in der Münchener Straße 32 bahnt, vorbei an unzähligen, mit Flaschenbier, Dosenapfelwein und Energydrinks fast zum Bersten gefüllten Kühlschränken, der kann in einem unscheinbaren Hinterzimmer in die Welt von Rosalie eintauchen. So heißt die Protagonistin eines gleichnamigen Comics über das Bahnhofsviertel, der pünktlich zur Buchmesse 2019 erscheinen soll. Die ersten Bilder gibt es ab heute sechs Wochen lang im Yok Yok zu begutachten.

Es sind düstere Szenen, die die beiden Autoren Daniel Hartlaub (Zeichnungen) und Michael Götz (Texte) zu Papier bringen. Natürlich geht es um Gewalt, Drogen, Prostitution, die komplette Geschichte spielt nachts, gemalt wird weiß auf schwarz, nur selten bahnt sich ein subtiler Farbtupfer seinen Weg in die trübe Landschaft: rote Blutspritzer, eine grüne Ampel, gelbes Schimmerlicht. „Das Bahnhofsviertel ist wie eine Comiclandschaft“, findet der 50-jährige Hartlaub. Für ihn habe schon immer auf der Hand gelegen: „Wenn ich einen Comic über Frankfurt mache, muss er hier spielen.“

Die genaue Handlung geben die beiden im Nordend lebenden Künstler noch nicht preis. Nur so viel: Rosalie, angelehnt an die 1957 ermordete Prostituierte Rosemarie Nitribitt, fällt in die Kategorie der klassischen Superheldin, auch einen männliche Gegenspieler gibt es. Und: Die besonderen Kräfte der Protagonistin wirken nur nachts. „Sie ist aber keine Vampirin, so viel kann man verraten“, betont Hartlaub.

Unterstützung vom Ortsbeirat

Das geschulte Auge wird auf den Seiten des Comics, der vom Ortsbeirat 1 mit 2000 Euro gefördert wird, zudem unzählige Orte aus Vergangenheit und Gegenwart des Viertels wiedererkennen, etwa den Hauptbahnhof oder den Wolkenkratzer aus der Westendstraße 1, dazu schleichen sich auch viele bekannte Gesichter ins Bild, etwa der Bildhauer Gustav Herold, der den Globus auf dem Dach des Hauptbahnhofs angefertigt hat.

Wenn „Rosalie“ dann fertig ist, haben die Autoren noch einiges mit ihrem Werk vor. „Wir möchten, dass die Geschichte zurück ins Bahnhofsviertel kommt“, erklärt der 36-jährige Götz. Lesungen, Ausstellungen, Stadtführungen zu den Handlungsorten – selbst ein Projekt, bei dem die Comicfiguren mithilfe von Smartphone und Augmented Reality in die Wirklichkeit schlüpfen könnten, ist denkbar. Von „Rosalie“ wird noch zu hören sein. „Aber erst mal“, so Götz, „müssen wir fertig werden“.

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