Lade Inhalte...

Bombe im Europaviertel Tausende müssen wegen Bombenfund Häuser verlassen

2. UpdateIn der Europa-Allee wird eine Weltkriegsbombe gefunden. Teile des Gallus sind bereits abgesperrt, tausende Anwohner müssen jetzt ihre Wohnungen verlassen.

Europa Allee Bombenentschärfung
Erste Vorbereitungen für die Entschärfung am Fundort. Foto: Monika Müller

In der Europaallee im Frankfurter Gallusviertel wurde eine Weltkriegsbombe gefunden. Die Bombe sollte noch in der Nacht zum Dienstag entschärft werden; rund 16.000 Anwohner waren aufgefordert,  bis 20 Uhr ihre Wohnungen zu verlassen. Eine Stunde später kontrollierte die Polizei, ob tatsächlich alle Betroffenen der Aufforderung nachgekommen waren. 

Die Feuerwehr rechnet damit, dass die Entschärfung bis etwa 1 Uhr abgeschlossen ist. 

Wer keine Familie oder Freunde in der näheren Umgebung hat, kann sich in der Betreuungsstelle (Messehalle 5) aufwärmen. Einen Zugang gibt es über das Tor Ost. 

Die 125 Kilo schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurde am Montag bei Bauarbeiten gefunden. Rund um den Fundort auf der Europa-Allee sperrte die Feuerwehr Teile des Gallus ab. Betroffen waren auch Teile der Messe.

Vor der eigentlichen Entschärfung sollte zunächst abgewartet werden, dass der Flugverkehr am Frankfurter Flughafen gegen 23 Uhr wegen des Nachtflugverbots pausiert.

Die Karte zur Evakuierung im Gallus

In dem markierten Gebiet müssen Anwohner bis 20 Uhr ihre Wohnungen verlassen haben. 

Ob ihr Haus in dem betroffenen Gebiet liegt, können Sie auch auf dieser interaktiven Karte der Feuerwehr in Erfahrung bringen. 

Eindrücke vor Ort

Frankfurt-Gallus, ca. 17 Uhr: Die junge Frau, die in der Frankenallee aus ihrem Auto steigt, weiß noch von nichts. „Was für eine Bombe?“, will sie wissen, als sie auf den Fund einer Weltkriegsbombe an der Europallee angesprochen wird. Dann überlegt sie kurz. Sie müsse eh gleich wieder weg, 20 Uhr könne sie schaffen. Dann schnappt sie sich eine Kiste aus ihrem Kofferraum und geht schnellen Schrittes los in Richtung ihrer Wohnung.

Ein paar Straßen weiter, vor einer Apartment-Anlange an der Idsteiner Straße, wird derweil hektisch telefoniert. Zwei Mitarbeiter des Hotelbetriebs, ein Mann im Blaumann und eine junge Frau, stehen draußen, rauchen und versuchen herauszufinden, ob ihr Gebäude betroffen ist. „Bei der Bürger-Hotline ist ständig besetzt“, klagt die Frau. „Wieso sagen die denn nicht früher Bescheid?“, ärgert sich ihr Kollege. „Sowas gab’s doch hier Anfang des Jahres schon mal.“ Kurze Zeit später ist klar: Das Apartment-Hotel liegt mitten in der Evakuierungszone. Die beiden gehen etwas entnervt rein, um ihre Kunden zu informieren.

Auch auf dem Spielplatz an der Quäkerwiese hat die Neuigkeit sich schon rumgesprochen. „Du bist nicht betroffen, deine Wohnung liegt genau außerhalb der roten Zone“, beruhigt eine Frau, die ihr kleines Kind in einer Schaukel anschubst, ihre Bekannte. „Ich weiß das genau, weil ich das gerade nachgeschaut hab. Meine Mutter wohnt bei dir um die Ecke.“ Hinter der Zentrale der Deutschen Bahn, in der Niedernhausener Straße, hält derweil eine Frau hektisch gestikulierend ihren Mann an, der sie gerade mit dem Auto abgesetzt hat. „Die haben hier eine Bombe gefunden“, ruft sie durch die geöffnete Beifahrerscheibe. „Wir müssen unsere Wohnung räumen.“ (mit dpa/lhe) 

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen