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Bockenheim Mädchenbüro sucht neue Räume

Das Mädchenbüro Milena e.V. in der Rödelheimer Landstraße bittet den Ortsbeirat 2 um Unterstützung. Der Verein braucht dringend größere Räume, um sein Angebot für geflüchtete Frauen und Mädchen aufrecht erhalten zu können.

Milena
Das Mädchenbüro Milena bietet auch Sprachkurse für geflüchtete Mädchen in der Rödelheimer Landstraße 13 an. Foto: Rolf Oeser (Rolf Oeser)

Das Mädchenbüro Milena in der Rödelheimer Landstraße sucht neue Räume. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 2 baten die Initiatorinnen deshalb um Unterstützung für eine Teilfinanzierung durch die Stadt. „2020 sind wir obdachlos“, sagt Mitgründerin Maneesorn Koldehofe. Die Projektfinanzierung durch die Linsenhoff-Stiftung – eine der beiden Hauptförderer der Einrichtung – läuft Ende 2019 aus. Mitarbeiterin Oksana Frei findet: „Die Stadt hat uns vor vier Jahren gesagt, wir sollen uns bewähren. Jetzt haben wir uns bewährt.“

Das Team des Mädchenbüros Milena bietet Frauen und Mädchen mit und ohne Migrationserfahrung seit 2015 kostenlose Sprachkurse, Mittagessen und Kinderbetreuung. Die Mitarbeiterinnen begleiten zu Ämtern, vermitteln zur beruflichen Weiterbildung oder zur psychosozialen Beratung.

Zwischen 30 und 40 Frauen kommen regelmäßig ins Milena, ebenso viele Mädchen besuchen etwa den Nachhilfeunterricht. „Uns geht es um Begegnungen und langfristige Beziehungen“, sagt Koldehofe. Die Einrichtung soll einen „Rahmen für individuelle Entfaltung“ bieten.

Edeltraut Damerow (Grüne) lobte die Einrichtung und sicherte ihre Unterstützung zu: „An eurer Arbeit kann man studieren, was Integration heißt.“ Auch Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU) bestätigte die Notwendigkeit finanzieller Mittel: „Ehrenamt braucht auch Hauptamt“, sagte er.

Koldehofe will nun langfristig planen: „Wenn unsere Arbeit nachhaltig sein soll, kann sowas nicht immer als Projekt laufen“, findet sie. Die Initiatorinnen wollen ganzheitlich arbeiten, Kinderbetreuung und Angebote für Mütter sollen ausgeweitet, Beruf und Familie dadurch für die Familien vereinbar werden. „Wir wollen nicht, dass die Frauen in die Halbtagsfalle rutschen.“

Im geplanten „Fusionshaus“ soll es eine Kita, eine Krippe und – nach einer Laufzeit von etwa einem Jahr – einen Hort geben. Die Genehmigung des Stadtschulamts liegt den Pädagoginnen bereits vor. Nun suchen sie einen Ort mit 300 Quadratmetern Innen- und 200 Quadratmetern Außenfläche. „Wenn ich ehrlich bin, bräuchten wir eher 500 Quadratmeter Innenfläche.“

Neben drei Hauptamtlichen und vier Honorarkräften arbeiten im Milena 38 Ehrenamtliche. Eine FSJ-Stelle ist in Planung. Obschon die Personalkosten durch weitere Förderer gedeckt seien, gehe es darum, neue Räume finanzieren zu können, sagt Mitarbeiterin Frei: „Eine institutionelle Teilförderung durch die Stadt wäre wünschenswert. Das wäre eine solide Basis, um unsere pädagogische Arbeit auszubauen“.

Sollte die Finanzierung scheitern, sieht Koldehofe schwarz: „Wo sollen die Frauen denn hin? Wir können schlecht auf einem Parkplatz Sprachkurse anbieten“, sagte sie. Noch zweifelt sie jedoch nicht: „Ich glaube daran, dass wir was finden“.

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