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Bockenheim Kita in Bewegung

Die Hallen des Sportvereins FTG liegen direkt neben der Kita Kids Bockenheim. Ein klares Plus. Auf einem Dach soll zudem ein grüner Innenhof entstehen.

Bewegungskita in Frankfurt-Bockenheim
Souhaib (links) und Louis lesen in Kinderbüchern. Foto: Peter Jülich

Nahezu wöchentlich klingeln Mütter oder Väter an der Tür der Kita Kids Bockenheim, bitten dort um einen Betreuungsplatz. Leiterin Simone Härtter kann in diesen Momenten nur auf die Anmeldung über das Online-Portal Kindernet verweisen, die Platzvergabe erfolgt über das zentrale System. „Das bricht mir jedes Mal das Herz“, sagt sie, zieht dabei die Stirn in Falten. Etwa zehn Plätze pro Jahr werden in der Kita frei. „Gute Chancen auf einen Platz haben Kinder, deren Geschwister unsere Kita schon besuchen.“ Zudem werde bei der Vergabe darauf geachtet, dass der Anteil an Mädchen und Jungen ausgeglichen ist.

42 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren werden in zwei Gruppen betreut. Bis zur Eröffnung der Bewegungskita Anfang Mai 2015 befand sich die Vereinsgaststätte des Sportvereins FTG in den verwinkelten Räumen. Gunnar Härtter, Vorstandsvorsitzender des Trägervereins VFV und Ehemann der Leiterin erzählt: „Ich sprach damals mit Holger Wessendorf, dem Geschäftsführer der FTG, über unsere Suche nach einem Standort. Er schlug die Vereinsgaststätte vor, die kaum mehr genutzt wurde. Die meisten Vereinsmitglieder gehen nach dem Sport ohnehin meist in eine der umliegenden Gaststätten und Cafés.“

Die gute Anbindung in der Marburger Straße überzeugten. „Wir haben hier viel umgebaut, damit die Räume modern und kindgerecht sind“, erklärt Gunnar Härtter. Die Nähe zu den Sporthallen nebenan mit Bewegungsangebot für die Kinder war ein klarer Pluspunkt und der Grund für den Zusatz Bewegungskita.

 

An zwei Vormittagen bewegen sich die Kinder unter Anleitung von Trainern der FTG, laufen Parcour, springen auf Trampolinen, fahren auf Rollbrettern, turnen an Kletterstangen oder spielen Fußball. „Unsere Kinder entwickeln tolle motorische Fähigkeiten und können sich ausprobieren. Sie haben viel Energie, die muss ja irgendwie raus“, erzählt Leiterin Simone Härtter.

Eine weitere Möglichkeit zu toben, bietet der nahegelegene Spielplatz des Hessenplatzes. „Wenn es aber tagelang regnet, können wir aber auch auf die Sporthallen ausweichen“, erzählt Leiterin Härtter. Eine zur Kita gehörende Außenanlage gibt es noch nicht. Wohlgemerkt noch: Denn auf einem 140 Quadratmeter großen Dach, das zu einer ehemaligen Bowlingbahn gehört, soll ein Außenbereich entstehen.

Das Dach ähnelt einem Hinterhof. Die Pläne sehen vor, dort eine Wildwiese, eine Fläche mit Rindenmulch, einen Barfußweg und zwei schattenspendende Pergolen zu schaffen. In Hochbeeten sollen die Kinder pflanzen, gießen und ernten. „Im August fängt der Dachdecker mit den Arbeiten an“, erklärt Gunnar Härtter. Ein Antrag auf finanzielle Unterstützung aus dem Förderprogramm Klimaanpassung der Stadt Frankfurt, das die Begrünung von Fassaden, Dächern und Hinterhöfen unterstützt, läuft. „Auch viele Eltern haben Hilfe angeboten“, berichtet Gunnar Härtter. Einige Väter haben bereits Wände gestrichen.

Um die Betreuung der Kinder kümmern sich sechs Vollzeit-Fachkräfte, fünf Erzieherinnen und Erzieher sowie eine Heilerziehungspflegerin, die über eine spezielle Ausbildung zur Inklusion behinderter Kinder verfügt. Zusätzlich gehören zwei studentische Teilzeitfachkräfte, bedarfsweise zwei Aushilfskräfte und eine Hauswirtschaftlerin zum Team.

Wenn nicht im Gruppenraum gespielt, in den Sporthallen oder auf dem Hessenplatz getobt wird, dreht sich der Kita-Alltag um Projekte zur Wissensvermittlung. „Wir nehmen uns verschiedene Themen vor, in der Vergangenheit zum Beispiel den Stadtteil Bockenheim oder Architektur. Wir erklären den Kindern, was das ist, schauen uns dann vor Ort verschiedene Häuser und Brücken an“, erklärt Leiterin Härtter. Jedes Kind verfügt über eine persönliche Mappe, in der es Gemaltes, Gebasteltes oder Geschichten festhalten kann. „Die Kinder können zu uns kommen, wir schreiben dann Dinge auf oder machen Bilder von Gebautem und Gebasteltem, das sie gern festhalten möchten.“

In den drei Jahren nach der Eröffnung mussten sich die Prozesse einspielen. Das betraf Organisatorisches, das pädagogische Konzept, die Arbeit mit Kindern, Eltern und das Zusammenwachsen des Teams. „Wir sind aber heute an einem Punkt, an dem die Prozesse sehr gut laufen“, resümiert Simone Härtter zufrieden. Genauso wie die Kinder bleibe eben auch die Kita immer in Bewegung.

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