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Bockenheim In elf Monaten das Filmen lernen

Die Schule für unabhängigen Film in Bockenheim will Interessierten den Film als künstlerisches Medium nahebringen.

Tag der offenen Tür Schule für unabhängigen Film, Frankfurt, Bild x von 10
Schulleiter Arndt-Tibor Koch beim Einlegen eines analogen Films in einen Filmprojektor. Foto: Michael Schick (Michael Schick)

Film mal ganz anders: Anstatt realer, bewegter Bilder laufen bunte Punkte, Formen und Muster durch den Filmprojektor in der Schule für unabhängigen Film im Bockenheimer Stadtteilbüro. „Uns geht es darum, gängige Vorstellungen von Film aufzubrechen“, sagt der Leiter der Schule, Arndt-Tibor Koch. „Film ist etwas künstlerisches und muss nicht unbedingt aufwendig mit technischen High-Tech produziert werden.“

Der 17-jährige Kolja ist fasziniert. Auf einem Negativ-Filmband hat er mit Farbstiften Muster und Nachrichten gezeichnet – nun laufen diese als Analogfilm auf dem Projektor. „Ich habe großes Interesse am Film und auch schon selbst versucht, etwas zu drehen“, sagt der Schüler.

In elf Monaten das Filmen lernen 

Nun überlegt er, am Programm der Schule teilzunehmen. Die bietet einen elfmonatigen Kurs, der an jedem zweiten Wochenende stattfinden wird. Im Kurs soll es neben der Erlernen des filmischen Handwerks vor allem um die Kunst gehen.

Die Entwicklung vom Standbild zum bewegten Bild hin zum heutigen Film steht dabei immer unter Betrachtung des künstlerischen Ansatzes. „Wir wollen die Menschen dazu motivieren, mutig zu sein und sich avantgardistisch im Film auszuprobieren“, erklärt Koch.

„Für einen guten und inspirierenden Film braucht man nicht viel Technik“, so der Schulleiter. Im Unterricht will er deshalb viel mit analogen Medien arbeiten.

Der Kurs selbst beginnt deshalb mit der Geschichte des Fotos. Unterrichten werden Koch selbst sowie der Fotograf Lutz Krietenbrink. „Es gibt insgesamt sechs Dozenten“, berichtet Koch. Die meisten von ihnen arbeiten dazu an Universitäten oder Hochschulen, andere sind in der Praxis tätig. Koch selbst arbeitet hauptberuflich an der Ruhr-Universität in Bochum. Nach seinem Studium der Kamera und Filmregie war er zunächst als Kameramann tätig, bis er sich auf Unterrichten besann.

Anders als an der Universität soll es in der Schule für unabhängigen Film keinen festen Lehrplan geben. „Die Hierarchie wird sehr niedrig sein“, sagt Koch. „Klar werden die Dozenten auch theoretischen Input geben. Aber es geht vor allem darum, praktisch zu arbeiten“, so der Dozent.

So soll die Schule ein niederschwelliges Angebot für jeden ermöglichen. Gerade wenn man sich überlege, tatsächlich Film zu studieren, sei es sinnvoll, erst einmal an dem Programm teilzunehmen. „Hier kann man sich orientieren und einen Überblick über den Film und seine Bedeutung erhalten“, sagt Koch. Durch die Wochenendtermine könne so jeder mitmachen, auch wenn man unter der Woche arbeitet.

„Wir wollen den zukünftigen Schülern vor allem einen Impuls zum Filme machen mitgeben und eine künstlerische Haltung zu dem Medium vermitteln“, so Koch.

Das Programm startet am 14. Oktober. Bewerben kann man sich bis zum 30. September. Der Unterricht findet samstags und sonntags alle 14 Tage von 10 bis 17 Uhr statt.

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