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Bockenheim Frieren im Studentenwohnheim

Bewohnerinnen des Studentenwohnheims in Bockenheim beschweren sich, weil die Heizungen nicht warm werden.

Aus den oberen Stockwerken des Studentenwohnheims in der Ginnheimer Landstraße genießt man einen freien Blick auf den Taunus. Die idyllische Aussicht tröstet jedoch einige, die dort wohnen, zu Beginn des Winters nicht über die Heizungsprobleme im Inneren des Gebäudes hinweg.

So berichtet Merve Karahan, die Architektur studiert und seit anderthalb Jahren in dem 1972 erbauten Wohnheim lebt, dass es pünktlich zum Winterbeginn Ärger mit den Heizungen gebe. Diese würden nicht wirklich warm – „selbst wenn man sie voll aufdreht“. Dass es sich dabei nicht nur um ein Problem ihrer Wohnung handelt, bestätigt ihre Freundin Zeym Iktürim, die in einem Einzelappartement lebt. Auch ihre Heizung produziere nicht ausreichend Wärme. Sowohl Karahan als auch Iktürim berichten, einige ihrer frierenden Nachbarn hätten bereits Elektroheizungen angeschafft, um sich warmzuhalten.

Auf Nachfrage bei den zuständigen Hausmeistern des Wohnheims seien sie stets darauf verwiesen worden, dass die Heizungsanlage der beiden Türme mit Sensoren ausgestattet sei, die entsprechend der gemessenen Außentemperatur die Temperaturen im Inneren regulieren würden. 

Betrieben wird das Wohnheim, das Platz für über 700 Personen bietet und 2012 zuletzt saniert wurde, vom Studentenwerk. Eric Erdmann, dort Leiter der Abteilung Wohnen, bestätigt auf Anfrage der FR, dass es in der Übergangszeit zum Winter häufig Nachfragen seitens der Bewohner gebe, wann die Heizungen angeschaltet werden. Er, weist jedoch darauf hin, dass die  Temperatursteuerung mit Sensoren „im Sinne der Energieoptimierung“ sei. Die Heizungsanlage gewährleiste seit Beginn der Heizperiode Anfang Oktober eine durchschnittliche Raumtemperatur von 22 Grad. Wenn die Heizungen jedoch in dieser Phase höchstens lauwarm werden, entstünde schnell der Eindruck, dass sie nicht richtig funktionieren würden, was Erdmann als den „psychologischen Effekt“ während der Übergangszeit bezeichnet. Zudem sei Wärmeempfinden „etwas sehr Subjektives“, glaubt Erdmann. „Wenn es draußen kälter wird, erwarten viele Bewohner, dass die Heizung so richtig bollert.“

Eric Erdmann betont, er nehme die Beschwerden ernst, Auf keinen Fall wolle er, dass die Bewohner sich Heizlüfter oder elektronische Heizungen anschafften. Diese seien „ökologisch nicht sinnvoll“. Vielmehr werde das Studentenwerk dafür Sorge tragen, „das Haus auch weiterhin in der Komfortzone zu halten“.

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