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Bockenheim Feines Näschen auf dem Hundeplatz

Beim Obedience-Turnier folgen Hunde den Befehlen ihrer Herrchen und Frauchen und überwinden Hindernisse. Der Sport hat auch auf den Alltag positive Auswirkungen.

Hundesport
Molli meistert die Hürde braviös. Foto: Rolf Oeser

Skyla schnüffelt auf der Wiese. Die Border-Collie-Dame mit den spitz aufgestellten Ohren steckt ihre Nase tief ins Gras, bis sie gefunden hat, was sie sucht. Zwischen acht versteckten Holzstückchen findet die zehnjährige Hündin mit dem schwarz-weiß gescheckten Fell, das eine, das nach ihrer Besitzerin Zeynep Tekin riecht.

Beim Obedience-Turnier des Sportvereins für Schutz- und Gebrauchshunde (SSGH) am Samstag auf dem Hundesportgelände im Biegwald ist das eine der Aufgaben, die die Hunde für den Gehorsam ausführen müssen. In Reichweite sind dabei immer ihre Halter. Insgesamt 20 Tandems sind beim Turnier dabei. Zeynep Tekin steht mit dem Rücken zu ihrer Hündin, während diese im Gras schnüffelt. Dann bringt Skyla den Fund ihrem Frauchen. Tekins Hautpartikel, die nur durch kurzes Anfassen an dem Holzstück hängen geblieben sind, reichen dafür aus.

Das Gespann ist frisch gekürter Landesmeister in der Disziplin Obedience, bei der im Ring – einem abgesteckten Feld auf der Wiese – Sitz, Platz und Stehen, mit Befehlen über weitere Distanzen sowie Laufen mit dem Hund geübt wird. Skyla läuft so eng am Bein ihrer Besitzerin, mit dem Blick zu ihr hinauf, als wolle sie sich drumherum schlingen. Tekin, die aus Langen kommt und seit acht Jahren Hundesport betreibt, sagt: „Ich will mit meinem Hund ein Team sein, eine Einheit bilden“. Hindernisse müssen die Tiere beim Turnier genauso überwinden, wie Gegenstände apportieren.

Viele Hunderassen, sagt Renate Damm, Pressewartin vom SSGH, von Yorkshire bis Dogge, wollten sinnvoll beschäftigt werden und seien arbeitswillig. Ziel sei es, dass die Tiere „verstärkt auf ihre Hundeführer hören“.

Viele Möglichkeiten für das Training

Der Verein, der etwa 300 Mitglieder hat, bietet viele Möglichkeiten für das Training an. Neben Hundesport gibt es eine Welpenstunde, bei der sich am Samstag rund acht bis zehn Wochen alte Jungtiere, wie ein Boston-Terrier, Labrador, Boxer und Zwergspitz, in einem abgezäunten Bereich beschnuppern. Dort lernten die Vierbeiner sich zu sozialisieren, ehe sie in den Hundesport einsteigen könnten.

Daneben wird beispielsweise Dogdance (Hundetanz) angeboten, bei dem Hund und Halter zu einem ausgewählten Musikstück eine Choreografie präsentieren und sich so in Kreativität und Bindung zueinander übten, wie auf der Internetseite des Vereins nachzulesen ist.

Peter Schick, einer der wenigen Männer beim Obedience-Turnier, sagt: „Dass ein Hund gut hört, sollte Voraussetzung für jeden Hundehalter sein“. Der Hundesport sei eine Verfeinerung des Ganzen.

Durch seine Frau ist der 52-Jährige zu dem aus England stammenden Sport gekommen und hat sein Hobby Bowling gegen drei Border Collies und einen Australian Shepherd eingetauscht. Die Tiere seien zum Lebensinhalt des Paares aus dem Hunsrück geworden. Es sei Wahnsinn, was man durch Training mit Hunden erreichen könne, ohne eine gemeinsame, verbale Sprache zu sprechen, sagt Schick.

Renate Damm sagt, die Inhalte des Turniers zeigten auch im Alltag ihre positive Wirkung. Wenn beispielsweise Radfahrer oder Fußgänger beim Gassi gehen vorbeikommen würden, könnten die Besitzer ihre Hunde auch ohne Leine und über weitere Distanzen zum Stillstehen bewegen. 

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