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Baustelle im Gallus Chaos am Güterplatz

Fußgänger nehmen im Frankfurter Gallus eine Abkürzung und laufen entlang der Baustelle auf die Mainzer Landstraße. Der Ortsbeirat 1 möchte die gefährliche Stelle nun aufgelöst wissen.

Baustelle Güterplatz
Gerade für Radfahrer erweist sich die Baustelle am Güterplatz als Problem. Foto: Peter Jülich

Der Radfahrer flucht, der Fußgänger zuckt mit den Schultern, das Auto hupt und weicht nach links aus, weshalb die Straßenbahn sich den Weg frei klingelt. Alltag auf der Mainzer Landstraße. Doch seit einigen Monaten ist die Situation rund um den Güterplatz noch ungemütlicher. Denn dort ist seit einigen Monaten eine Baustelle, durch die der Gehweg stadtauswärts nicht genutzt werden kann. Auch der Fahrradschutzstreifen wurde entfernt.

Die Umleitung ist eigentlich kein großer Umweg – es gibt eine Fußgängerampel an der Hafenstraße und eine an der Wilhelm-Schickard-Straße. Doch wie vielerorts sind einige Leute zu bequem, vor allem jene, die nur den kurzen Weg zwischen der namenlosen Straße westlich des Güterplatzes und der Ampelanlage an der Hafenstraße nutzen wollen. Die Folge: Radfahrer, die zuvor teilweise auf dem Gehweg gefahren sind, fahren in beiden Richtungen, und Fußgänger gehen in beiden Richtungen an der Baustellen-Absperrung entlang, also auf der rechten Fahrbahn.

Der Ortsbeirat 1 sieht dort eine gefährliche Stelle und möchte sie aufgelöst wissen – denn, auch das gehört zum Problem, die Baustelle wird noch einige Jahre errichtet sein. Das Gremium stellt deshalb Fragen zur Neuordnung an den Magistrat. Etwa inwiefern es möglich ist, die Absperrung um ein bis zwei Meter zum Güterplatz hin zu verlegen, sodass ein Streifen auf dem Gehweg wieder geöffnet wird.

Doch das, stellt das Amt für Straßenbau und Erschließung klar, sei nicht möglich. „Die Abwicklung der Baustellen, Andienung und Abfuhr von Baumaterial, Lagerung sowie der Stellplatz der Baucontainer erfolgt über die Mainzer Landstraße“, sagt Amtsleiterin Michaela Kraft. Über die anderen Straßen sei wegen anderer Baustellen, etwa der zur U-Bahn-Station, keine Andienung möglich. Ähnlich argumentiert Markus Stenzel, Sachgebietsleiter beim Straßenverkehrsamt. „Auf dem Gehweg werden im Laufe der Bauzeit drei Zufahrten für Lastwagen errichtet, da wird noch viel mehr Verkehr sein als heute“, sagt er. „Zur Sicherheit der Fußgänger wollten wir sie nicht an der Baustelle entlang lotsen.“

Gebaut wird noch bis 2021

Dass sich nicht alle an die Umleitung halten, sei bekannt. „Aber ich habe das Gefühl, dass es schon besser geworden ist“, sagt Stenzel. Man habe extra den Fahrradschutzstreifen entfernt, um Fußgängern zu verdeutlichen, dass sie nun auf die Fahrbahn liefen. Es gebe Kontrollen, sagt Stenzel, dabei spreche man Leute auch an. „Ich appelliere an die Eigenverantwortung“, sagt er. „Die Umleitung ist zumutbar.“ Die Polizei Frankfurt sagt auf Nachfrage, dass sie bei üblichen Streifenfahrten im Gallus keine Auffälligkeiten rund um die Baustelle festgestellt habe.

Bis zum Jahr 2021 werden die Hochhäuser auf dem Güterplatz gebaut, dort sollen Eigentums- und Mietwohnungen, eine Tiefgarage, ein Supermarkt und eine Kita entstehen. Die aktuelle Baustellenführung sei nur für einige Monate genehmigt, sagt Stenzel, dann schaue man sich den weiteren Fortgang speziell an.

Der Ortsbeirat hatte noch weitere Ideen, etwa Konfliktsituationen zu entschärfen, indem man Fußgänger und Radfahrer weniger Hindernissen aussetzt. Man könnte beispielsweise einen kleinen Tunnel für Bürger einrichten. Zudem fragt das Gremium, ob Hinweise auf der Franken- und Europaallee sinnvoll wären. Den Antworten will Stenzel noch nicht vorgreifen, sagt er, „aber die Anfrage ist in Bearbeitung.“

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