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Bahnhofsviertelnacht Das Rotlichtviertel wird Partymeile

Am Donnerstag ist wieder Bahnhofsviertelnacht. Dort gibt es weit mehr als nur Rotlicht-Klischees.

Bahnhofsviertelnacht
Klar wird es auch Tabledance in der Nacht geben. Aber eben nicht nur. (Archiv) Foto: peter-juelich.com

Auf einem Restaurant-Balkon werden Opernsänger um 21 Uhr bereitstehen. Singend natürlich. Klingt nach einer Szene aus einem romantischen Italo-Film. Aber das wird in echt passieren. Und zwar mitten im Frankfurter Bahnhofsviertel, im Ristorante Bacco, Kaiserstraße 50, am Donnerstag. „Wir sind besonders stolz, dass wir die Oper Frankfurt für die Bahnhofsviertelnacht gewinnen konnten. Und gleichzeitig ist es fast schon absurd, dass sie als direkte Nachbarn zum allerersten Mal dabei sind“, sagt Tarkan Akman, Leiter des städtischen Amtes für Kommunikation und Stadtmarketing, am Montag bei der Pressekonferenz.

Zum elften Mal wird nämlich am Donnerstag, 16. August, von 18 Uhr bis Mitternacht die Bahnhofsviertelnacht gefeiert. Diesmal lautet das Motto „Ankommen“. Weit über 50 Programmstationen stehen zur Auswahl. Vom Besuch eines Druckraums in der Niddastraße 49 bis hin zu Tumult Live Escape Games. Unter extremem Zeitdruck löst man in der Moselstraße 4 im Team beim 300-Quadratmeter-Spiel anspruchsvolle Denkaufgaben. Zehn neue Locations sind dabei: so auch die Zigarrenmanufaktur Mercedes Reyes in der Kaiserstraße 60. Oskar Mahler, Bewohner, Künstler und Aktivist im Bahnhofsviertel, stellt in der Taunusstraße 31 bis 35 sein neues Projekt „Making Friends“ vor, das sich gegen Genitalverstümmlung von Frauen in Afrika einsetzt. An dem Abend selbst werden DJs auflegen.

Es soll bei „Ankommen“ nicht nur um die typischen Bahnhofsviertelbilder von Drogenabhängigen bis zu den Rotlicht-Protagonisten gehen. Sondern eben auch um die anderen Bewohner. „Wir wollen beide Seiten des Bahnhofsviertels zeigen“, betont Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Dazu gehörten eben auch genauso die Marktfrau, der türkische Friseur oder Partymacher-Legende Hans Romanov (Eros_49, Elbestraße 49).

Angefangen hat die Bahnhofsviertelnacht einst als Stadtteilfest mit 3000 Besuchern. Im vergangenen Jahr kamen 60.000 Menschen. Genau so viele werden bei der Wettervorhersage von sonnigen 31 Grad erwartet. Das vermutet zumindest Thomas Feda, der Geschäftsführer der städtischen Tourismus und Congress GmbH, die das Fest seit drei Jahren organisiert. Eben weil es so groß geworden ist. Die Kosten dafür lägen für die Stadt im unteren sechsstelligen Bereich. Veranstalter sei aber nicht die Stadt. „Deswegen können wir auch nur die Gastronomen bitten, dass sie keine Glasflaschen verkaufen“, so Feda. Denn Glasscherben auf den Straßen seien in den vergangenen Jahren ein großes Problem gewesen. Bahnhofsviertel-Bewohner DJ Tomek Borowski sagt: „Ich finde die Bahnhofsviertelnacht wichtig, weil ich möchte, dass die Leute merken, dass sie wirklich keine Angst haben müssen, hier durch die Straßen zu laufen.“ Er selbst wird auch in der Nacht auflegen. „Wahrscheinlich im Falafel 1818, Münchener Straße 38.“

Die elfte Bahnhofsviertelnacht hat das Motto: „Ankommen“. Los geht es am Donnerstag um 18 Uhr mit einem multireligiösen Friedensgebet auf der Bühne Club Oye in der Taunusstraße 19. Um 18.45 Uhr folgt eine Diskussion zum Thema „Ankommen und Gentrifizierung“. Um 19 Uhr singt der Frankfurter Popstar Chima, bevor um 19.15 Uhr OB Peter Feldmann die Nacht eröffnet. Das Programm mit den 50 Locations gibt es nun als Faltplan. Bis 24 Uhr darf gefeiert werden.

Verkehr am Donnerstag gesperrt  

Für das Fest wird das Bahnhofsviertel am Donnerstag in der Zeit von 10 Uhr bis ca. 3 Uhr zwischen Hauptbahnhof und Gallusanlage sowie zwischen Mainzer Landstraße und Gutleutstraße für den Verkehr gesperrt.

Betroffen sind folgende Straßen: Münchener Straße, Kaiserstraße, Taunusstraße, Niddastraße, Karlstraße, Moselstraße, Elbestraße, Weserstraße. In diesem gesamten Bereich gelten am Donnerstag ab 7 Uhr Halteverbote. Da im Sperrbereich keine Fahrzeuge bleiben dürfen, beginnen schon morgens umfangreiche Abschleppmaßnahmen. Autofahrer werden dringend gebeten, an diesem Tag Ihr Fahrzeug bis 7 Uhr aus dem Bahnhofsviertel zu entfernen. 

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