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Asbest-Fund in Rödelheim Mieter fürchten um ihre Gesundheit

Die Beschwerden über Sanierungsarbeiten im Brentano-Hochhaus reißen nach Asbest-Funden nicht ab.

Brentano-Hochhaus
Im Brentano-Hochhaus sind viele Mieter besorgt um ihre Gesundheit. Foto: Rolf Oeser

Seit knapp zwei Wochen herrscht eine ungewohnte Stille im Brentano-Hochhaus in der Thudichumstraße 18-22. Waren die Mieter des Hochhauses Wochen zuvor noch geplagt von Baulärm, Stromausfällen und wochenlang abgeschaltetem Wasser (FR berichtete), wirkt es derzeit fast so, als wäre wieder Normalität in dem Haus eingekehrt.

Doch dieser Eindruck täuscht, wie Beate Steinbach, eine der Bewohnerinnen, erzählt. Die Stille resultiere vielmehr aus einem vor zwei Wochen verhängten Baustopp, da bei den Sanierungsarbeiten in dem 1977 fertiggestellten Hochhaus Asbest freigesetzt worden sei, berichtet sie.

Offener Brief an Eigentümer und Verwaltung

Bereits Anfang November hatten sich Mieter des Hochhauses in einem offenen Brief an die gemeinnützige Schader-Stiftung, die Eigentümerin der Immobilie, und die zuständige Vegis-Hausverwaltung gewandt, um sich sowohl über die hohen Belastungen im Zuge der Sanierungsarbeiten zu beschweren als auch die mangelnde Kommunikation der Stiftung und der Hausverwaltung bezüglich des Ablaufs der Arbeiten zu beklagen. In einer aktuellen Pressemitteilung der Mieter des Hochhauses heißt es nun mit Verweis auf den Asbest-Fall, dass sich seitdem nichts geändert habe.

In einem Brief der Hausverwaltung an die Mieter sei lediglich über den Baustopp aufgrund des Asbest-Befundes informiert und versichert worden, dass entsprechende Messungen keine erhöhte Belastung ergeben hätten. Weitere Messungen wurden angekündigt.

Strenge Sicherheitsauflagen

Auf Anfrage der FR versichert die zuständige Vegis-Hausverwaltung, dass die zukünftigen Sanierungsarbeiten fortan unter strengeren Sicherheitsauflagen stattfänden und dass den Mietern ein unabhängiger Sachverständiger für Asbestrevision und Analytik als Ansprechpartner zur Verfügung stünde. Für alle weiteren Fragen der Bewohner verweist Lutz Dammaschk, Sprecher der Geschäftsführung, auf eine für Januar geplante Mieterversammlung.

Bewohnerin Steinbach erzählt allerdings, dass besagter Sachverständiger erst Wochen nach der Mitteilung der Hausverwaltung überhaupt Messwerte angeben konnte. Die angekündigten weiteren Messungen seien indes auch erst für Mitte Januar datiert. Ein Umstand, der sie nicht weiter wundert, „denn wenn die Messungen erst Monate später durchgeführt werden, haben sich die Asbestpartikel längst wieder verflüchtigt. Kein Wunder also, wenn sich dann auch keine erhöhte Belastung mehr nachweisen lässt“, ärgert sie sich.

Daher stellen sich die Mieter des Hauses auch nach wie vor die Frage, „wie viel Zeit noch verstreichen wird, bevor wir wissen, welcher Belastung wir alltäglich in unseren Wohn- und Schlafräumen ausgesetzt sind“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Angesichts der momentanen Situation bezeichnen sie es als „skandalös, dass nicht vor Baubeginn Proben der zu bearbeitenden Materialien genommen und von Beginn an entsprechende Sicherheitsmaßnahmen ergriffen“ wurden. Denn, so schließen die Mieter in ihrer Pressemitteilung nachdenklich, „es geht nicht nur um unsere Gesundheit, sondern auch um die der beschäftigten Arbeiter, die ohne entsprechenden vorgeschriebenen Schutz in den letzten Monaten gearbeitet haben.“

Wer jenseits von Pressemitteilungen über das aktuelle Geschehen im Brentano-Hochhaus informiert bleiben wolle, dem legt Steinbach übrigens einen Blick auf das soziale Netzwerk Instagram nahe, wo unter dem Namen hochhaus.roedelheim „Bilder von Umbauabsurditäten und anderen alltäglichen Zumutungen gepostet werden“, berichtet sie abschließend.

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