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Armut in Frankfurt Kinder aus armen Familien dürfen gratis reiten

Der Reiter- und Lernbauernhof Ponyzwerge im Frankfurter Stadtteil Sindlingen verschenkt Reitstunden an bedürftige Kinder. Die Anmeldung läuft.

Verein Ponyzwerge
Das Putzen gehört zu einer Reitstunde dazu - auch beim Ponyverein an der Okrifteler Straße 75. Foto: Rolf Oeser

Das runde rote Shetlandpony Löwenherz mögen Beatrice und Helen am liebsten. Reitpädagogin Annalena Steinbach hält geduldig erst das rechte, dann das linke Vorderbein des kleinen Ponys, während die beiden Siebenjährigen die Hufe auskratzen. Danach geht es für die kleinen Reiterinnen und ihre Begleiterin zum Springreiten. Doch das Putzen, Pflegen und Kuscheln mit den Pferden gehört beim Reiter- und Lernbauernhof Ponyzwerge Sindlingen unbedingt zum Konzept dazu. Die Kinder sollen eine Beziehung zu den Tieren aufbauen und in der Kommunikation mit ihnen das eigene Selbstbewusstsein stärken. „Für Kinder ist selbst eine Stunde ein Erlebnis, das sie nie vergessen werden“, sagt Steinbach.

Das will der gemeinnützige Verein zu Weihnachten auch Kindern ermöglichen, die bisher kaum oder gar keine Möglichkeit hatten zu reiten. Er verschenkt daher 15 Reitstunden. „Die Weihnachtsaktion richtet sich an alle Kinder, aber besonders an Kinder aus Familien, die sich finanziell keine Reitstunde leisten können“, erklärt Sara Kolata.

Die Sozialpädagogin hat den Reiter- und Lernbauernhof gemeinsam mit der Vereinsvorsitzenden Sonja Heinisch aufgebaut. Zudem hat sie für die Reitstunden ein eigenes Konzept erarbeitet. Im Mittelpunkt stehen die Liebe zu den Tieren, die Förderung der sozialen Kompetenzen und das Erfahren von Selbstwirksamkeit. „Reiten ist nicht vergleichbar mit Fahrradfahren“, sagt Kolata. „Es ist ein Zusammenspiel zwischen Pferd und Kind.“

Kinder stehen im Mittelpunkt

Dass Kinder hier im Mittelpunkt stehen, wird schnell deutlich. Am Eingang zu den Reitanlagen begrüßt ein buntes Schild die Besucher mit der Botschaft „Ab hier nur Kinder“. Die Ponys sind extra dafür ausgebildet, sensibel auf die Körpersprache der Kinder zu reagieren. „Wenn ein Kind ein Pferd führt und den Arm hebt oder sich groß macht, bleibt es stehen“, schildert Sonja Heinisch.

Auch alle an der Weihnachtsaktion beteiligten Helfer haben eine Zusatzqualifikation zum pädagogischen Reitbegleiter. Sie haben Erfahrung darin, Kindern den richtigen Umgang mit den Tieren und die Grundlagen im Reiten beizubringen.

Eine Ponyzwerge-Reitstunde bietet der Verein für 20 Euro an. Das Angebot richtet sich an kleine Pferdenarren ab drei Jahren. Nach oben gibt es keine Grenzen. Für jede Alterskategorie findet sich die richtige Ponygröße, vom Shetlandpony bis zum erwachsenentauglichen Islandpferd.

Wer dafür sorgen möchte, dass noch mehr Kinder kostenlos an dem Angebot teilnehmen können, kann für 20 Euro beim Verein Gutscheine für die Weihnachtsaktion erwerben. „Wir freuen uns, den Kindern ein Funkeln der Freude in die Augen zu bringen“, sagt Annalena Steinbach.

Für die Weihnachtsaktion können Kinder und ihre Eltern bis zum 15. Dezember eine E-Mail mit Angaben zu Alter und Reiterfahrung des Kindes und einer kurzen Begründung, warum es sich eine Reitstunde wünscht, an lernbauernhof@ponyzwerge-sindlingen.de schicken. Sollten mehr Bewerbungen eingehen, als Plätze zur Verfügung stehen, entscheidet das Los. Die Termine für die Ponyzwerge-Reitstunden werden individuell vereinbart.

Mehr Informationen zur Aktion und wie man sie mit Spenden unterstützen kann, gibt es auf der Website www.ponyzwerge-sindlingen.de.

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