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Abtreibungsgegner in Frankfurt Kleinere Plakate bei Mahnwachen vor Pro Familia

Grüne und FDP in Frankfurt wollen einen Dringlichkeitsantrag stellen. Sie fordern, dass die Abtreibungsgegner bei ihren Mahnwachen vor Pro Familia im Westend nur noch A4-Plakate hochhalten dürfen.

Abtreibungsgegner
Auch diesmal formiert sich gegen die Mahnwachen der Abtreibungsgegner Widerstand. Foto: christoph boeckheler 0049.1702932067 mail@boeckheler.com

Es war ein ungleiches Aufeinandertreffen am Mittwoch vor der Beratungsstelle von Pro Familia im Westend. Etwa 25 Meter vom Eingang entfernt hatten sich zehn Vertreterinnen und Vertreter der christlich-fundamentalistischen Initiative „40 Tage für das Leben“ aufgestellt. Zum vierten Mal wollen sie 40 Tage lang ratsuchende Frauen von einem Schwangerschaftsabbruch abhalten. Wie auch bei den vergangenen Mahnwachen murmelten sie Gebete, sangen christliche Lieder und hielten große Plakate mit Sprüchen wie „Mein Leben ist in euren Händen“ und Schockfotos von Föten hoch.

Ihnen gegenüber standen gut dreimal so viele Gegendemonstrantinnen und -demonstranten, die sich unmittelbar vor der Beratungsstelle versammelt hatten. Das war möglich, weil das Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“ seine Kundgebung früher angemeldet hatte als die fundamentalistische Initiative ihre.

„Es ist toll, dass wieder so viele Menschen hierhergekommen sind“, freute sich die Sprecherin des Bündnisses, Beatrix Baumann (Grüne). „Dass wir hier heute stehen, ist sehr wichtig.“ Die Initiative will sich für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und eine „ergebnisoffene, wohlwollende, kostenlose und anonyme“ Schwangerschaftskonfliktberatung einsetzen. Zu Beginn der Mahnwachen hatte sie zur Gegendemonstration aufgerufen.

Bei Kundgebungen vor Ort soll es diesmal aber nicht bleiben. „Wir wollen gemeinsam mit der FDP einen Dringlichkeitsantrag stellen“, sagte Mitinitiatorin Ursula auf der Heide, die wie Baumann für die Grünen im Römer sitzt. Das Ordnungsamt solle durchsetzen, dass bei den Kundgebungen nur noch Plakate im A4-Format mitgebracht werden dürften – anstelle von großformatigen Postern wie diejenigen, die die selbst ernannten Lebensschützer bislang bei ihren Mahnwachen hochhalten. Die Auflage gelte dann zwar auch für die Gegeninitiativen, sagte auf der Heide. „Aber für uns wäre das in Ordnung.“ Die Poster der Abtreibungsgegner seien für die ratsuchenden Frauen dagegen nur noch schlecht zu erkennen.

Auch in der heutigen Stadtverordnetenversammlung werden die Mahnwachen Thema sein. Neben einer aktuellen Fragestunde werde über den Antrag der FDP für eine Schutzzone vor der Beratungsstelle abgestimmt, sagte Ursula auf der Heide. Die Liberalen fordern, dass die Abtreibungsgegner bei ihren Mahnwachen einen Abstand von 150 Metern zur Beratungsstelle einhalten müssen. Die Grünen unterstützen sie dabei.

Unterdessen kündigte das Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“ an, bis zum Ende der Mahnwachen Anfang November täglich Stellung gegen die selbst ernannten Lebensschützer beziehen zu wollen. Per E-Mail sind die mehr als 500 Unterstützerinnen und Unterstützer dazu aufgerufen worden, sich zu beteiligen. So solle jeden Tag Widerstand gegen die Abtreibungsgegner geleistet werden können, sagte Baumann.

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