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Verkehr in Frankfurt Unterschriften für Niederräder Quartiersbus

Wer innerhalb des Frankfurter Stadtteils Niederrad von einem Ort zum anderen will, kann nicht auf den öffentlichen Nahverkehr setzen. Eine Initiative fordert deshalb einen Quartiersbus und stößt damit auf offene Ohren.

Wer in Niederrad wohnt, kommt im Regelfall schnell überall hin, mit Straßenbahnen, Bussen, S-Bahnen. Wer aber innerhalb des Stadtteils vom Mainfeld ins Lyoner Quartier oder von der Waldfriedsiedlung zur Bruchfeldstraße will, der hat ein Problem. Das wollen Anwohner und SPD nun ändern – durch Quartiersbusse.

Am Dienstagabend haben sie 1651 Unterschriften Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) überreicht. „Die Ost-West-Verbindungen sind ideal“, sagt Petra Korn-Overländer, für die SPD im Ortsbeirat 5, „aber die Verbindungen zwischen Nord und Süd sind schlecht.“ Denn die Straßenbahnen und Busse fahren allesamt nur entlang der Hauptverkehrsstraßen. Die einzelnen Ortsteile aber sind nicht miteinander verbunden. 

Diese Lücke sollen Quartiersbusse schließen. „Manch Neu-Bewohner des Lyoner Quartiers denkt, Niederrad hört am Bahndamm auf“, sagt Stefanie Then, SPD-Landtagskandidatin. Sie weiß auch, dass die ersten Versuche, einen Quartiersbus einzurichten, bis in die 70er Jahre zurückreichen.

Teure Fahrt zum Aldi

Die Idee zur Unterschriftenliste kam Gaby Link beim Einkaufen. Link ist ein „echtes Niederräder Mädsche“, wie sie sagt. Einmal in der Bürostadt bekam sie ein Gespräch unter Seniorinnen mit. Sie redeten darüber, dass sie sich eine Fahrt zum Aldi nicht mehr leisten konnten, weil sie immer ein Taxi nehmen müssten. Das sei für sie der Anlass gewesen, tätig zu werden. Link scharte Mitstreiter um sich, legte Listen in Geschäften aus, sprach Passanten auf der Straße an. 

Oesterling berichtete bei der Übergabe, dass Traffiq als Nahverkehrsanbieter für Frankfurt bereits einen Vorschlag für einen Quartiersbus vorgelegt habe. „Den hat der Magistrat aber abgelehnt, weil etwa der S-Bahnhof nicht angeschlossen gewesen wäre.“ Ein neuer Vorschlag könnte im ersten Quartal 2019 vorliegen und zum Fahrplanwechsel im Dezember umgesetzt werden, blickt der Verkehrsdezernent nach vorne.

Er bestreitet nicht, dass es Bedenken wegen der mangelnden Wirtschaftlichkeit gibt. Das kann Stefanie Then nicht nachvollziehen: „Nahverkehr ist Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge durch die Kommune, da dürfen wirtschaftliche Gründe keine Rolle spielen.“ 

Then verweist auf den Koalitionsvertrag von CDU, SPD und Grünen. In diesem findet sich eine Passage, die auf Niederrad passt: „Gerade in Stadtteilen, die vor allem in einer Hauptrichtung per ÖPNV an die Innenstadt angeschlossen sind, können Quartiersbuslinien den ÖPNV innerhalb des Stadtteils verbessern und zusätzliche Fahrgäste an die Hauptlinien heranführen.“

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