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Uniklinikum Frankfurt Hoffnung für Krebs- und Schlaganfallpatienten

An der Frankfurter Uniklinik haben zwei neue Direktoren ihre Arbeit aufgenommen. Peter Wild leitet künftig die Pathologie, Elke Hattinger die Neuroradiologie.

Kliniken in Frankfurt
Die Uniklinik Frankfurt. Foto: Christoph Beckheler

Nach zwölf Jahren an der Uni in Zürich ist Peter Wild ganz schnell zu einem bekennenden Senckenbergianer geworden. Johann Christian Senckenberg nämlich war es, der 1763 auf seinem Stiftungsgelände das Theatrum Anatomicum am Eschenheimer Turm erbauen ließ, aus dem das „Senckenberg Institut für Pathologie“ hervorgegangen ist, an dessen Spitze der Professor seit April dieses Jahres steht. Zusammen mit der neuen Leiterin der Neuroradiologie, Elke Hattingen, wurde Wild am Mittwoch vorgestellt.

Den Hauptzweck der Senckenbergischen Stiftung, die „bessere Gesundheitspflege der hiesigen Einwohner“ möchte Wild weiter pflegen und setzt dabei auf den Computer: Nur der sei letztlich in der Lage, die vielen Daten, die inzwischen erhoben werden könnten, zu analysieren und abzugleichen. Noch aber schaut Wild nicht auf einen Bildschirm, sondern „täglich zehn Stunden ins Mikroskop“. Bei jeder Gewebeprobe hat er den Ehrgeiz, „die Achillesferse“ einer Tumorzelle zu entdecken, um eine passgenaue Therapie entwickeln zu können.

Vielversprechend: die Immuntherapie 

Große Hoffnung setzt der Mediziner auf eine neue Methode, den Krebs zu bekämpfen, die sogenannte Immuntherapie. Sie soll das Immunsystem der Patienten befähigen, den Tumor selbst in die Schranken zu weisen. Eine Reihe von Studien hätten gezeigt, dass 40 Prozent der Patienten von einer solchen Behandlung profitieren würden. Das bedeute nicht, dass alle vollständig geheilt werden können. Es sei ja auch ein Fortschritt, wenn der Tumor schrumpft und weniger Schmerzen bereitet.

Ab November, so Wild, würden die ersten Medikamente auf den Markt kommen. Für eine erfolgreiche Therapie veranschlagt Wild etwa drei Jahre, die Kosten lägen pro Jahr bei rund 70 000 Euro. Die klassischen Behandlungsformen wie das Operieren, Bestrahlen und die Chemotherapie würden durch die Immuntherapie nicht verdrängt, sondern ergänzt.

Das Team von Elke Hattingen steht für Patienten an sieben Tagen rund um die Uhr zur Verfügung. Zusammen mit den anderen drei Stroke Units in Frankfurt sind so die Voraussetzungen für eine schnelle Hilfe nach einem Schlaganfall geschaffen. Da die Nervenzellen im Gehirn schnell absterben, komme es auf jede Minute an, um Lähmungen oder auch den Tod zu verhindern, erläuterte Hattingen.

Während früher Medikamente verabreicht wurden, die das Blutgerinsel im Gehirn auflösen sollen, arbeite man jetzt mit winzigen Kathetern, um den „Thrombus einzufangen“ und das verstopfte Gefäß wieder freizulegen. „In fünf bis zehn Minuten holen wir das Ding da raus.“ Hattingen arbeitet mit Hilfe von Computertomographie und MRT daran, das „molekulare Profil“ von Tumoren zu erkennen. Auch sie hält eine Digitalisierung in der Medizin für unverzichtbar.

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