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Spielplätze in Frankfurt Spielpark Scheerwald verkommt

Der Waldspielpark Scheerwald im Frankfurter Stadtteil Oberrad hat bessere Tage gesehen. Immer weniger Kinder finden den Weg unter die lauschigen Bäume. Ein Problem sind die Wasserspiele.

Waldspielpark Scheerwald
Die Wasserspiele dienen nur noch als Klettergerüst. Erst kommendes Jahr werden sie wieder erfrischendes Nass sprühen. Foto: Christoph Boeckheler

Konstantinos möchte seinen Nachnamen nicht verraten. Verlegen rührt er in seinem Kaffee. Sein Deutsch ist nicht so gut, sagt er. Dabei ist er recht bekannt im Stadtwald. Fünf Mal die Woche geht er dort joggen. Mal zehn, mal 15 oder 17 Kilometer. Training für den Marathon. Vorher oder nachher macht er immer einen Stopp am Kiosk im Waldspielpark Scheerwald. Manchmal begleitet ihn sein fünfjähriger Sohn. Auf dem Fahrrad. Spielen möchte der Junior nicht im Scheerpark. „Es gibt ja nur die paar Schaukeln“, sagt Konstantinos. Da scheucht der Sohn den Vater lieber durch den Wald.

Die Episode ist sinnbildlich für den Waldspielpark. Das Potenzial ist da. Das Areal ist weitläufig. Hochgewachsene Bäume spenden Schatten, es gibt Bolzplätze, Grillplätze, Spielecken, Rollschuhbahn, Minigolfanlage, einen Kiosk. Flugzeuge donnern fast greifbar vorbei. Eigentlich müsste hier der Teufel los sein. Ist er aber nicht. Zumindest am Mittwochnachmittag ist die Zahl der Besucher überschaubar. Vielleicht wegen der WM. Selbst an der Grillstation im vorderen Parkbereich ist nur eine Familie mit Brutzeln beschäftigt. Dabei hatte der Ansturm an Grillern jüngst hohe Wellen geschlagen.

Die kommen eher am Wochenende, sagt der andere Konstantinos, Nachname Komaris, der Pächter des Kiosks. Mit den wilden Grillern gäbe es kaum noch Probleme, seit die Stadt Ende Mai einen provisorischen Bauzaun aufgestellt habe, um den Grillbereich besser zu kennzeichnen. Zudem hat die Kommune Hinweisschilder „Grillen und offenes Feuer verboten“ an die Ecken gehängt, in denen Besucher eben nicht grillen sollen. Komaris fragt sich nur, warum vorher niemand darauf gekommen ist.

Der Kioskpächter fragt sich so einiges. Wie es mit dem Park weitergehen soll, zum Beispiel. Wenn er sich seinen Umsatz anschaue, „werde ich traurig“. Seit die Wasserspiele nicht mehr laufen, seit 2017 also, kommen immer weniger Besucher in den Scheerwald. Und wenn, drehen sie oft enttäuscht wieder ab. Komaris hat darum nur noch halbtags geöffnet, morgens muss er Geld verdienen, als Busfahrer.

„Eigentlich habe ich den besten Arbeitsplatz“, sagt er und deutet auf das Grün. Aber: „Der Park verkommt.“ Sein eigener Fünfjähriger mag auch nicht zum Spielen kommen. „Es ist zu langweilig hier.“ Die Spielgeräte verschwinden, die Bänke ebenfalls und damit Komaris’ Umsatz.

Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Eigentlich hätte das Wasser längst wieder laufen sollen, sagt Rüdiger Cibis und seufzt. Die neue Wassertechnik ist bereits eingebaut, ergänzt der Mitarbeiter des Grünflächenamts. Leitungen und Sprühfeld sind aber so marode, dass die Stadt nicht die nötige Wasserqualität garantieren könne. Die Ausschreibung für die Arbeiten laufe, im kommenden Sommer soll alles fertig sein, Ende Mai, Anfang Juni. Ein Jahr später als geplant.

Kommune, Kinder und Komaris sind Opfer des allgemeinen Baubooms geworden, erklärt Cibis. Die Stadt hat das Projekt mehrfach ausschreiben müssen. „Die Firmen sind gut ausgelastet“, sie können wählerisch sein. Es gibt Engpässe bei den Baumaterialien. Auf einmal wird es 50 Prozent teurer als gedacht.

766 000 Euro sind es inzwischen. Das geht nicht einfach so, die Mehrkosten muss der Magistrat erst einmal bewilligen. Zwischendrin hat es auch Ärger mit einer beauftragten Firma gegeben. Und so geht ein Sommer schon mal vorüber. Für den Spielplatz des Scheerwalds gibt es allerdings noch keine konkreten Pläne. Überarbeitet werden muss er, dass sieht auch die Stadt so. Und damit streicht ein weiterer Sommer vorüber.

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